Der europäische Fahrzeughersteller General Dynamics European Landsystems hat bei dem Mobility Day 2025 am 2. Juli einem internationalen Fachpublikum aus Anwendern, Beschaffern, Industriepartnern und Presse sein Portfolio geschützten Gefechtsfahrzeugen präsentiert. Unter den 15 Fahrzeugen waren jüngste Auslieferungen, Neuentwicklungen, Prototypen und Versuchsträger für neue Technologien.

Das Fahrzeugspektrum

Unter dem Motto „Mobility meets Protection“ standen die Radfahrzeuge im Mittelpunkt: Vom 4×4 Eagle bis zum 10×10 Piranha in einem Gewichtsband von zehn bis 45 Tonnen Gesamtgewicht, mittendrin der Spezialist: Amphibie M3. Damit können die militärischen Forderungen an Kampffahrzeuge – sofern sie mit radbasierten Trägern dargestellt werden können – nahezu vollständig abgedeckt werden.

Angeführt von mehreren Eagle zog eine Schlange von 15 Fahrzeugen aus Eagle, Pandur, Piranha, Ascod und einer M3 an den Zuschauern vorbei. (Foto: Gerhard Heiming)

Ergänzt wurde das Spektrum durch den Systemträger Ascod, der als Infanteriekampffahrzeug und als selbstfahrende Haubitze vorgestellt wurde und die selbstfahrende Haubitze Nemesis, die nach ihrer Weltpremiere in Madrid ihre ersten dynamischen Auftritt in der Öffentlichkeit hatte.

Neben den Fahrzeugen gab es Einblicke in Innovation und neue Technologien sowie in das Serviceangebot von GDELS sowie in „kleine“ Brückenlösungen.

Der Piranha 5 ist als 8×8 Basis für TaWAN und als 6×6 für den neuen Spähwagen. (Foto: Gerhard Heiming)

Produktion

Der Start fand in einer der Produktionshallen von GDELS in Tägerwilen statt. In der zweischiffigen, gerade sechs Jahre alten Halle sind die Taktstraße in einem Schiff und zeitaufwendige Gewerke wie Schweißerei, Kleberei und Lackiererei in dem anderen Schiff untergebracht. In diesen Gewerken arbeiten ausgewiesene Spezialisten auf höchstem Niveau und legen damit die Grundlage für die Qualität des Gesamtprodukts. Hauptprodukte sind hier die endbearbeiteten Kabinen, denen auf der Taktstraße nach und nach alle Komponenten für den Einbau zugeordnet werden. Durch die Montage entstehen so Takt für Takt die unterschiedlichsten geschützten Radfahrzeuge. Ein bis zwei Tage dauert es, bis – nach abschließender Qualitätskontrolle – ein fertiges Fahrzeug die Halle verlässt und den Weg zum Kunden antreten kann.

Dynamische Vorführung

Die Parade der Fahrzeuge auf dem Erprobungsgelände in Bürglen wurde angeführt vom geschützten Eagle in der 4×4-Grundversion, als Technologieträger (remote, Hybrid) und in der größeren 6×6-Version u.a. als Aufklärungsfahrzeug. Nach dem 6×6-Mannschaftstransporter Pandur Evo folgten die Piranhas in den 8×8-Versionen Piranha 3, 4 und 5 bis zum 10×10 Piranha Heavy Mission Carrier, der vor einem Jahr mit dem Artillerie-Gun-Modul (AGM) von KNDS vorgestellt worden war. Dasselbe AGM trägt der dahinter fahrende Nemesis, der erstmals fahrend zu sehen war. Mit Nemsis startete die ASCOD-Abteilung mit dem Schützenpanzer und einem Technologieträger.

In der Mischung aus eingeführten und zukünftigen Lösungen waren Trägerfahrzeuge zu sehen, die Ausgangspunkt für aktuelle Entwicklungen sind. Dazu gehört der 8×8 Piranha 5, der demnächst als TaWAN Richtfunkträger an die Bundeswehr geliefert wird und dessen 6×6-Version, die Basis für den neuen Spähwagen darstellt.

Die Haubitze Nemesis auf Ascod-Fahrgestellt war erstmals fahrend zu sehen. (Foto: Gerhard Heiming)

In Einzelvorstellung zeigten die Fahrzeuge Ausschnitte ihres Leistungsvermögens: Kreisfahrt, Vollbremsung, Beschleunigungsvermögen, 60 Prozent Steigung, Klettern, Grabenüberschreitung und Waten. Auf Erprobungsbahnen und einer Schlechtwegstrecke wurde das Laufwerk verschiedener Fahrzeuge auf eine harte Probe gestellt.

Fazit

Beim Mobility Day präsentierte GDELS ein vielseitig konfigurierbares Plattformfahrzeug unterhalb der 50-Tonnen-Klasse. Das modulare Baukastenprinzip erlaubt die flexible Anpassung an unterschiedliche militärische Anforderungen – von Schutz über Mobilität bis Einsatzfähigkeit. Damit stärkt GDELS seine Position im europäischen Markt für mittlere Gefechtsfahrzeuge.

Gerhard Heiming