Seit sechs Jahrzehnten berät die MTG Marinetechnik die Bundeswehr und internationale Partner bei der Entwicklung und Beschaffung maritimer Wehrtechnik. Angesichts der sicherheitspolitischen Zeitenwende gewinnt das unabhängige Hamburger Ingenieurhaus nach eigenen Angaben weiter an Bedeutung.
Sechs Jahrzehnte unabhängige Beratung für Marineschiffe
Die MTG Marinetechnik GmbH feiert 2026 ihr 60-jähriges Bestehen. Das Hamburger Unternehmen wurde 1966 auf Initiative des Bundesministeriums der Verteidigung gegründet, um die Bundeswehr bei der Entwicklung und Beschaffung von Marine-Überwasserschiffen unabhängig von Werften und Rüstungsunternehmen zu beraten. Bis heute entwickelt die MTG keine eigenen Produkte, sondern unterstützt öffentliche Auftraggeber mit technischen Analysen, Studien und Konzepten.
Im Laufe der vergangenen sechs Jahrzehnte war das Unternehmen an nahezu allen großen Schiffbauprogrammen der Deutschen Marine beteiligt – von den Fregatten der Klassen 122 bis 127 über die Korvette K130 bis hin zu den Einsatzgruppenversorgern und dem Mehrzweckkampfschiff MKS 180 beziehungsweise der Fregatte F126. Auch international war die MTG unter anderem an Marineprojekten in Brasilien, Kolumbien, Finnland und Vietnam beteiligt.
Das Leistungsspektrum hat sich dabei kontinuierlich erweitert. Neben klassischen Schiffsentwürfen gehören heute unter anderem Kostenanalysen, Signatur- und Waffensystemsimulationen, Untersuchungen zur Unterwasserakustik sowie die Begleitung des gesamten Lebenszyklus maritimer Systeme zum Portfolio. Das Unternehmen beschäftigt rund 60 Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen und arbeitet zudem in NATO- und EDA-Arbeitsgruppen mit.
Zeitenwende verändert Anforderungen an die Beschaffung
Mit den gestiegenen Verteidigungsausgaben und dem Ausbau der maritimen Fähigkeiten der NATO wächst nach Einschätzung der MTG auch der Bedarf an unabhängiger technischer Beratung. Langfristige Beschaffungsentscheidungen müssten nicht nur einzelne Komponenten, sondern das Gesamtsystem eines Marineschiffes berücksichtigen. Themen wie modulare Plattformen, Nachrüstbarkeit, autonome Systeme, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit rückten dabei zunehmend in den Mittelpunkt.
Wie eng technische Grundlagenarbeit und operative Fähigkeiten zusammenhängen, zeigt nach Angaben des Unternehmens unter anderem das Rolling-Airframe-Missile-System (RAM), dessen Integration die MTG seit Jahren begleitet. Das Waffensystem kam 2024 bei der Fregatte Hessen während ihres Einsatzes im Roten Meer zur Abwehr von Drohnen zum Einsatz.
Zum Jubiläum präsentiert die MTG außerdem ein neues Unternehmenslogo. Die Bildmarke verbindet die Elemente Welle, Schiffsrumpf und Schild und soll die Schwerpunkte See, Marineschiffbau und Verteidigungsauftrag symbolisieren.
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