Auf der Farnborough International Airshow hat Lockheed Martin den PAC-3 Adapted Capability Effector (PAC-3 ACE) vorgestellt. Dieser neue Lenkflugkörper soll die Kosten pro Abfangvorgang deutlich senken und kostet weniger als die Hälfte des bisherigen PAC-3 MSE.
Mit dem Abfangflugkörper zielt Lockheed Martin darauf ab, verbündeten Streitkräften in Rekordzeit eine schnell einsetzbare und budgetschonende Ergänzung für die Luftverteidigung bereitzustellen. Die Entwicklung und Produktion erfolgen in enger Zusammenarbeit mit amerikanischen und europäischen Industriepartnern, was die Resilienz der Verteidigungsindustrie stärken soll.

PAC-3 ACE gegen ein breites Bedrohungsspektrum
Der PAC-3 ACE basiert auf dem bewährten PAC-3-Feuerleitkonzept und ist den Angaben zufolge vollständig mit dem Patriot-Waffensystem sowie dem Integrated Battle Command System (IBCS) kompatibel. Dies verkürze die Entwicklung und Erprobung erheblich. Das System sei dafür ausgelegt, ein breites Spektrum an Bedrohungen abzudecken – darunter Luftziele in der Atmosphäre, Marschflugkörper sowie ballistische Raketen kurzer und sehr kurzer Reichweite.
Tim Cahill, Präsident von Lockheed Martin Missiles and Fire Control, betonte, dass der PAC-3 ACE auf der Leistung des PAC-3 MSE aufbaut und den Streitkräften eine erprobte sowie wirtschaftliche Lösung bietet.
Steigerung der Produktion
Der Hintergrund dieser Entwicklung ist der hohe Verbrauch an teurer Luftverteidigungsmunition. Bisherige PAC-3-Raketen kosten schätzungsweise vier Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 3,5 Millionen Euro) pro Stück – ein enormer finanzieller Asymmetriefaktor im Vergleich zu günstigen Kampfdrohnen wie der iranischen Shahed, die rund 35.000 Dollar (30.000 Euro) kostet. Der intensive Einsatz in Konflikten wie im Nahen Osten oder in der Ukraine hat weltweit Besorgnis über die rasche Erschöpfung der Bestände ausgelöst.
Die USA stützen sich derzeit auf ein vielschichtiges Netz aus Patriot, dem Aegis Combat System der Navy und THAAD. Im April schloss das Pentagon bereits einen Vertrag über 4,7 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) ab, um die PAC-3 MSE-Produktion hochzufahren, und integriert diese nun auch auf Kriegsschiffen. Der neue PAC-3 ACE soll nun zusätzlich die Bevorratung der Verbündeten vergrößern, ohne die Militärbudgets bei der Abwehr massenhafter Angriffe zu überfordern.
Gerhard Heiming













