Im Rahmen des Großvorhabens „Digitalisierung Landbasierte Operationen“ (D-LBO) hat die Bundeswehr weitere Hardware und Dienstleistungen im Wert von rund 100 Millionen Euro abgerufen, wie Rheinmetall am 20. Juli mitgeteilt hat. Auftragnehmer ist die Arbeitsgemeinschaft IT-Systemintegration, bestehend aus der Rheinmetall Electronics GmbH und der blackned GmbH. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte am 24. Juni die Haushaltsmittel dafür freigegeben.

Der Abruf dient dazu, die Umrüstung der Bundeswehr-Fahrzeugflotte mit modernen Führungs- und Kommunikationssystemen weiter voranzutreiben. Zur Absicherung der Serienintegration stellt das Konsortium von Ende 2027 bis Ende 2028 zehn zusätzliche Integrationsteams bereit, welche die Kapazitäten bei der Einrüstung vor Ort erweitern.

Mit D-LBO soll für Soldaten aller Ebenen sichere digitale Kommunikation bereitgestellt werden. (© Bundeswehr Frank Bärwald)

Hardware und Unterstützungsleistungen

Auf der Hardwareseite liefert die ARGE 5.000 Adapterplattensätze („Basic“) zur Montage von IT- und Funkgeräten in unterschiedlichsten Fahrzeugtypen sowie 11.000 gehärtete Pin Pads als Bedieneinheiten für Krypto- und Führungssysteme. Neben den Hardwarekomponenten umfasst die Beauftragung auch technische Unterstützungsleistungen, darunter die Softwareintegration, die Optimierung der Schnittstellen und die Sicherstellung eines stabilen Systembetriebs.

Innerhalb der Partnerschaft verantwortet blackned die Softwarearchitekturen sowie die taktischen Kommunikationslösungen, während Rheinmetall für die physische Systemintegration in den Fahrzeugen zuständig ist. Das D-LBO-Projekt stellt das technologische Rückgrat der Streitkräfte dar und legt das Fundament für die vernetzte Gefechtsführung sowie die Interoperabilität mit den NATO-Partnern.

Maßnahmenplan zur Beschleunigung

Verteidigungsminister Pistorius hat am 7. Juli mit Vertretern der Rüstungsindustrie einen gemeinsamen Maßnahmenplan zur Beschleunigung der Serienintegration zu vereinbart. Darin wurde zugesichert, dass mit mehr Personal und höherer Effizienz die Umrüstung so beschleunigt wird, dass im Jahr 2026 noch 2.700 Fahrzeuge umgerüstet werden, um die digitale Einsatzbereitschaft der Panzergrenadierbrigade 37 bis Jahresende und darüber hinaus die der Panzerbrigade 45 in Litauen bis Mitte 2027 abzusichern.

Gerhard Heiming