Die britische Kraken Technology Group und das US-amerikanische Unternehmen Capewell haben in enger Zusammenarbeit mit der Royal Navy einen Meilenstein in der maritimen Luftverlegung erzielt. Im Rahmen des britischen Rüstungsprojekts „Beehive“ gelang den Partnern der weltweit erste Luftabwurf eines unbemannten Oberflächenbootes (USV) mittels Extraktionsverfahren aus einer militärischen Transportmaschine des Typs Airbus A400M. Mit Beehive wird der Übergang zu einer „Hybrid Navy“ gestaltet, mit der Ausweitung von besatzungslosen Einsatzmitteln.

K3 Scout-Luftabwurf bei Seastate 4
Bei den Tests wurde ein K3 Scout USV, das speziell für das UK-Projekt Beehive spezifiziert und mit einem Luftabwurf-Kit von Kraken ausgerüstet war, aus einer Höhe von 1.300 Fuß (ca. 400 Meter) abgeworfen. Als Trägerplattform diente Capewells universelles, fallschirmbasiertes Abwurfsystem UMCADS (Universal Maritime Craft Aerial Delivery System).
Das Boot landete selbst bei rauem Seegang von bis zu Stärke 4 (mit Wellenhöhen zischen ein und zwei Metern) sicher im Wasser und war sofort einsatzbereit. Diese neue Fähigkeit ermöglicht es Streitkräften, hochleistungsfähige, unbemannte Überwasserplattformen extrem schnell und flexibel direkt in umkämpfte oder schwer zugängliche Seegebiete zu bringen.
Robust und wiederverwendbar
Ein technologischer Kernaspekt der Testkampagne war die erfolgreiche Validierung des neuartigen elektromagnetischen Entkopplungssystems „IN-Release“. Dieses sorgt beim Wasserkontakt für eine absolut synchrone und zuverlässige Trennung der Fallschirme von der Ladung.
Wie robust und wiederverwendbar das Gesamtsystem ist, bewiesen die Teams während der Testphase: Innerhalb von nur sechs Werktagen wurden vier scharfe Luftabwürfe mit ein und demselben Boot sowie derselben Plattform erfolgreich absolviert.
Mal Crease, Gründer und CEO der Kraken Technology Group, betonte, dass diese Tests die Fähigkeit zur raschen Projektion modularer maritimer Kräfte direkt aus der Luft demonstrieren. Mark Lavender von Capewell hob ergänzend die enorme Anpassungsfähigkeit der UMCADS-Plattform hervor, die sich zügig für unterschiedlichste maritime und landgestützte Missionsausrüstungen umrüsten lässt und damit die Flexibilität moderner Streitkräfte erheblich steigert.
K3 Scout Produktion bei Rheinmetall
Das besatzungslose Überwasserboot ist eine ferngesteuerte oder komplett autonom operierende Marinedrohne. Bei 8,5 Metern Länge kann es bis 600 Kilogramm Nutzlast mit einer Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h transportieren. Es kann für Aufklärung, den Schutz kritischer Infrastruktur und als Effektorträger konfiguriert werden.
Seit April wird die K3 Scout auch von dem Joint Venture Rheinmetall Kraken GmbH in Hamburg mit einer anfänglichen Stückzahl von 200 Einheiten jährlich produziert.
Gerhard Heiming





