Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat eine weitreichende strategische Industriepartnerschaft mit Kroatien vereinbart und das Joint Venture „Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o.“ in Zagreb gegründet. Dies folgt auf die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem kroatischen Spezialisten für unbemannte Landsysteme, DOK-ING, dessen Gründer Vjekoslav Majetić die verbleibenden Anteile hält. Die feierliche Vorstellung des neuen Unternehmens erfolgte im Beisein des kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković, des Rheinmetall-Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger sowie zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Technologietransfer und Einbindung lokaler Zulieferer

Ziel der Partnerschaft ist es, Kroatien zu einem führenden europäischen Zentrum für die Entwicklung, Produktion und den Export autonomer Bodenplattformen auszubauen. Das Industriemodell sieht vor, durch Technologietransfer sowie die Einbindung lokaler Zulieferer, der Schiffbauindustrie und akademischer Einrichtungen nachhaltige Wertschöpfung vor Ort zu generieren.

Die Kernkompetenzen und Entwicklungsbereiche verbleiben dauerhaft im Land, während kroatische Ingenieure über Rheinmetall Zugang zu globalen Rüstungsprogrammen und Serienfertigungsprozessen erhalten.

Das 17-Tonnen-UGV Komodo von DOK-ING soll die Basis der zukünftigen Aktivitäten werden. (© Rheinmetall)

Hybrid-Plattform Komodo und Unterstützungssystem „Wingman“

Die technologische Basis bildet die schwere 17-Tonnen-Hybrid-Plattform Komodo von DOK-ING welche kürzlich auf der Rüstungsmesse Eurosatory präsentiert wurde. Durch die Kombination des kroatischen Know-hows bei besatzungslosen Systemen mit der Integrationsexpertise von Rheinmetall sollen Systeme für hochriskante Einsätze wie Kampfunterstützung, Pioniermissionen und Minenräumung entstehen. Letztere bewähren sich bereits international, insbesondere in der Ukraine.

Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist zudem das bewaffnete Unterstützungssystem „Wingman“ für den vernetzten Einsatz mit bemannten Gefechtsfahrzeugen wie dem Kampfpanzer Panther KF51.

Für den Modernisierungszyklus der kroatischen Streitkräfte

Die Kooperation erstreckt sich auch auf den Marinesektor und bindet Kroatien langfristig als Industriepartner in Südosteuropa ein. Das Vorhaben unterstützt den Modernisierungszyklus der kroatischen Streitkräfte, deckt sich mit dem nationalen Industrieentwicklungsplan 2027–2034 und stärkt die europäische Verteidigungsbasis sowie die technologische Souveränität der NATO-Alliierten.

Gerhard Heiming