Die Bw Bekleidungsmanagement GmbH hat die Hexonia GmbH mit der Lieferung der neuen Gefechtshelme für die deutschen Streitkräfte beauftragt, wie das Unternehmen am 2. Juli mitgeteilt hat. Der Großauftrag sei nach einem intensiven Ausschreibungsverfahren und hervorragender Bewertung durch die Endnutzer im Rahmen der vorangegangenen Nutzertests erteilt worden.

Soweit bekannt, wurde ein Rahmenvertrag über 1,4 Millionen Helmsysteme abgeschlossen, von denen 700.000 Systeme festbestellt worden sind.  Eine niedrige sechsstellige Anzahl soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Das Gesamtvolumen des Auftrags wird auf einen dreistelligen Millionen Euro-Betrag geschätzt. Die Beschaffung ist Teil des 2025 gestarteten FASER-Programms (Fähigkeitsaufbau Soldat im Einsatz und regulären Dienst), mit dem die persönliche Ausrüstung der Truppe massiv modernisiert wird.

Hexonia ist in diesem Segment kein Unbekannter: Das Unternehmen startete im Jahr 2020 mit der Entwicklung von Gefechtshelmen und rüstet bereits seit 2022 das Kommando Spezialkräfte (KSK) mit einem spezialisierten Helmsystem aus. Die dort gewonnenen Erkenntnisse und die kontinuierliche Entwicklungskompetenz flossen direkt in das neue Modell ein.

Insgesamt bis zu 1,4 Millionen Gefechtshelme wurden beauftragt. (Foto: Hexonia)

Leichtes Helmsystem mit optimalem Tragekomfort

Nach der Beschreibung von Hexonia ist das neu entwickelte Helmsystem präzise auf die aktuellen Anforderungen und Spezifikationen der Bundeswehr zugeschnitten. Hergestellt aus ultraleichtem und hochfestem Polyethylen garantiere der Helm verlässlichen ballistischen Schutz vor Splittern und Pistolenmunition. Als wesentliches Merkmal nennt das Unternehmen das extrem niedrige Eigengewicht der Helmschale, das zusammen mit einer individuell anpassbaren Innenausstattung – bestehend aus Polsterpads, Kopfband und Kinnriemen – für einen optimalen Tragekomfort sorgt. Dadurch bleibe der Helm selbst bei der Nutzung von schwerem Zusatzequipment stabil auf dem Kopf fixiert. Um den unterschiedlichen Einsatzszenarien der Soldaten gerecht zu werden, liefert Hexonia den Gefechtshelm in den beiden Ausführungen High Cut und Low Cut.

Inhouse-Produktion mit Material aus EU- und NATO-Staaten

Hexonia sieht die Sicherung der Wertschöpfung im Inland sowie die Kooperation mit europäischen Partnern als zentralen Pfeiler der Unternehmensphilosophie. Die Produktion des neuen Helms erfolgt komplett inhouse am eigenen Stammsitz in Nettetal sowie am Standort der NFM Group im polnischen Lębork. Durch den Zusammenschluss mit der NFM Group im Jahr 2022 hat Hexonia Zugriff auf ein stabiles, europaweites Produktionsnetzwerk. Das Unternehmen bezieht seine Materialien und Bauteile ausschließlich aus EU- und NATO-Staaten, um eine maximale Lieferfähigkeit und Unabhängigkeit zu gewährleisten.

Gerhard Heiming