Das 1. Deutsch-Niederländische Korps führt das Führungsinformationssystem SitaWare Headquarters von Systematic ein, um seine digitale Führungsfähigkeit auszubauen. Das hat der Softwarehersteller am 29. Juni mitgeteilt. Die Software stellt dem multinationalen Großverband ein gemeinsames, einheitliches Lagebild zur Verfügung, welches die Grundlage für eine synchronisierte Entscheidungsfindung schafft.
Daten aus einer Vielzahl unterschiedlicher nationaler Systeme
Da Deutschland und die Niederlande als Rahmennationen die Führungsstruktur stellen, während zehn weitere NATO-Verbündete Personal beisteuern, ist das System genau auf diese Struktur zugeschnitten. Das Korps steht vor der Herausforderung, Daten aus einer Vielzahl unterschiedlicher nationaler Systeme zusammenzuführen, um eine belastbare Lagebeurteilung aufrechtzuerhalten. SitaWare Headquarters integriert Systematic zufolge diese heterogenen Datenquellen in eine einheitliche operative Darstellung, wodurch Befehlshaber Operationen durchgängiger planen und koordinieren können – sowohl unter der Führung der Rahmennationen als auch im NATO-Rahmen.

Gelebte Interoperabilität
Die Software basiert auf NATO-standardisierter Interoperabilität und stellt sicher, dass Lageinformationen über alle nationalen Kontingente hinweg zugänglich und handlungsrelevant bleiben, ohne nationale Anforderungen einzuschränken. Laut Sven Trusch, Geschäftsführer der Systematic GmbH, setzt das Korps damit Maßstäbe für gelebte Interoperabilität, da die Integration verschiedener Nationen eine gemeinsame Führungsfähigkeit erfordert, die durch die neue Software bei der digitalen Entwicklung unterstützt wird.
SitaWare in der Bundeswehr
Die SitaWare-Produktfamilie des dänischen Herstellers Systematic hat sich in den vergangenen Jahren zum zentralen, streitkräftegemeinsamen Software-Fundament der Bundeswehr für die vernetzte Operationsführung entwickelt. Durch den Fokus auf NATO-interoperable Standards bildet die Suite das digitale Rückgrat von der strategischen Führungsebene bis zum abgesessenen Einzelsoldaten.
Auf Gefechtsstandsebene ab Brigade aufwärts und in multinationalen Stäben wird SitaWare Headquarters eingesetzt. Auf fahrzeuggebundener Ebene wird SitaWare Frontline genutzt. Für die abgesessenen Ebene steht SitaWare Edge zur Verfügung. Seit Ende 2025 hat der Sanitätsdienst SitaWare Battlefield Health eingeführt.
Durch den durchgängigen Einsatz der Suite (Headquarters à Frontline à Edge) hat die Bundeswehr einen horizontal und vertikal skalierbaren Kommunikationsverbund geschaffen, der die strengen Interoperabilitätsanforderungen der NATO-Bündnisverteidigung out-of-the-box erfüllt.
Gerhard Heiming










