Die AfD präsentiert sich im Parlament als Anwalt der Bundeswehr. Thomas Röwekamp (CDU), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, warnt im Gespräch mit Europäische Sicherheit & Technik vor ihrem verfassungsfeindlichen Kurs: „Die Polemik der AfD gegen Deutschland entspricht der Höcke-Linie.“
ES&T: Herr Röwekamp, das Verteidigungsministerium meldet regelmäßig positive Personaltrends bei der Bundeswehr. Ist der Aufwuchs in Gang gekommen?
Röwekamp: Was den Wehrdienst betrifft, ja. Aber die große Herausforderung, vor der wir stehen, ist die Anzahl der Soldatinnen und Soldaten in der aktiven Truppe, die Zeit- und Berufssoldaten von aktuell 170.000 auf 260.000 zu steigern. Und da gibt es noch keinen wirklich positiven Trend. Wir haben ein paar mehr Zugänge, aber auch eine hohe Abbrecherquote. Wenn diese noch junge Entwicklung sich so fortsetzt, dann wird das mit der Freiwilligkeit am Ende nicht gelingen.
ES&T: Sie bezweifeln ja schon eine Weile, dass sich genügend Freiwillige registrieren werden. In Schulgesprächen versuchen Sie, junge Menschen von einer möglichen Wehrpflicht zu überzeugen. Verfangen Ihre Argumente?
Röwekamp: Ich erwarte nicht, dass junge Menschen, die in dem Bewusstsein des ewig geglaubten Friedens und der von anderen gewährleisteten Freiheit aufgewachsen sind, sofort Hurra schreien, wenn es um Verpflichtungen geht. Ich erlebe jedoch, unabhängig von einigen, die bereits eine festgelegte Meinung haben, eine Offenheit und Bereitschaft für eine Debatte. Unsere Aufgabe ist es also, die Diskussion in jede Schulklasse, an jeden Küchentisch und überall dort hinzubringen, wo wir ins Gespräch kommen können.
ES&T: Das Interesse junger Menschen am Soldatenberuf ist schwach ausgeprägt. Wie könnte die Bundeswehr ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern?
Röwekamp: Ich glaube, dass die Rahmenbedingungen, Soldatin oder Soldat zu werden, inzwischen sehr gut sind.
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