Der Krieg gegen die Ukraine hat die Landes- und Bündnisverteidigung in der NATO zurück ins Zentrum gerückt. Drohnen erhöhen Transparenz und Verwundbarkeit, ersetzen aber keine gepanzerten Kampftruppen. Mechanisierte Operationen bleiben unverzichtbar und müssen konzeptionell weiterentwickelt werden.
Mechanisierte Operationen, geführt nach den Grundsätzen des Gefechts der verbundenen Waffen und getragen von den gepanzerten Kampftruppen, waren das operativ-taktische Konzept der Armeen in der Zeit des Kalten Krieges. Mit dessen Beendigung traten andere Formen des Einsatzes von Streitkräften, wie zum Beispiel Stabilisierungsoperationen im Rahmen des internationalen Krisenmanagements, in den Mittelpunkt.
Spätestens mit dem Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine im Jahr 2022 ist die Landes- und Bündnisverteidigung wieder in das Zentrum der operativen Planungen der NATO gerückt. Mit Blick auf ein durch technologische Entwicklungen verändertes Gefechtsfeld stellt sich die Frage, ob Mechanisierte Operationen ein Relikt des Kalten Krieges sind oder doch möglicherweise der Schlüssel zu einer zeitgemäßen Operationsführung.

Foto: Russisches Verteidigungsministerium
Das Paradigma des Kalten Krieges
Die Vorstellung von Panzerarmeen, die tief gestaffelt durch die Ebene Norddeutschlands rollen oder durch das Fulda-Gap in Richtung Frankfurt am Main vorstoßen, prägten Generationen von Truppenführern und bestimmten Doktrin, Gliederung, Ausrüstung und Ausbildung der Streitkräfte des Bündnisses. Die Doktrin der Mechanisierten Operation war logisch und notwendig für das Szenario, das einen konventionellen Angriff massierter Fronten des Warschauer Pakts auf Westeuropa antizipierte. Mechanisierte Operationen entsprachen dem Anspruch, in der Vorneverteidigung verloren gegangenen Raum zurückzugewinnen, um so die territoriale Integrität des Bündnisgebietes wiederherzustellen.
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