Auf der Eurosatory hat Rohde & Schwarz gemeinsam mit der Tochtergesellschaft Schönhofer Sales und Engineering zukunftsweisende Technologien für das moderne Gefechtsfeld präsentiert. Im Mittelpunkt des Messeauftritts standen fortschrittliche Lösungen aus den Bereichen Signalaufklärung, elektronische Kampfführung sowie taktische Kommunikation und die Abwehr besatzungsloser Flugsysteme.

Ein besonderes Highlight ist die erstmalige Vorstellung der modularen THORIS-Multisensorsuite, die als herstellerunabhängige und skalierbare Plattform eine koordinierte Drohnenabwehr in hochdynamischen Bedrohungslagen ermöglicht. Der Name könnte eine Anspielung auf den nordischen Beschützergott THOR sein und IS, auf Informationssystem.

THORIS bietet eine mehrschichtige, effektorenunabhängige Architektur, wie sie für die Bewältigung der heutigen heterogenen Drohnenbedrohungslage benötigt wird. (© Rohde & Schwarz)

Verschiedene Sensortechnologien in einer einheitlichen Architektur

Die neue, eigenständig entwickelte Drohnenabwehrlösung THORIS setzt als modulares System neue Maßstäbe in der Abwehr unbemannter Flugsysteme, indem es verschiedene Sensortechnologien in einer einheitlichen Architektur zusammenführt. THORIS kombiniert Hochfrequenz-Erkennung (RF), Radarüberwachung und elektro-optische sowie Infrarot-Bildgebung (EO/IR) zu einem präzisen Echtzeit-Lagebild. Während die RF-Antennen ferngesteuerte Drohnen schnell identifizieren, liefert das Radar selbst bei schwachen Signalen verlässliche Daten zu Reichweite, Geschwindigkeit und Position. Die EO/IR-Kameras sorgen schließlich für die hochauflösende visuelle Bestätigung und lückenlose Verfolgung der Bedrohung.

Die  Datenströme fließen in einer zentralen Benutzeroberfläche zusammen, was den Bedienern eine umfassende Situationswahrnehmung ermöglicht. Ein zentraler Vorteil von THORIS ist seine technologische Offenheit gegenüber verschiedenen Abwehrmaßnahmen.

Das System ist plattform- und herstellerunabhängig konzipiert, sodass die gewonnenen Zieldaten nahtlos an beliebige Effektoren übergeben werden können. Dazu gehören klassische Störsender (RF-Jamming), elektromagnetische Angriffe oder auch das kürzlich präsentierte THORIS Laser Combat System, das mit einem hochenergetischen Laser von TRUMPF die Abwehrlücke im Nahbereich schließt.

Modular für unterschiedliche Einsatzszenarien

Dank des modularen Aufbaus lässt sich THORIS flexibel an unterschiedliche Einsatzszenarien anpassen – von kompakten, mobilen Paketen für Fahrzeugkonvois bis hin zu großen, stationären Installationen zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Die vollständige Entwicklung in Deutschland garantiert zudem Unabhängigkeit in der Lieferkette und niedrige Lebenszykluskosten. Trotz der hohen Automatisierung bei der Erkennung und Nachverfolgung bleibt die finale Entscheidungsgewalt über den Einsatz von Gegenmaßnahmen stets beim Menschen, um die Einhaltung internationaler Einsatzregeln zu garantieren.

Fusion von Sensordaten

Das Unternehmen demonstriert zudem ein vernetztes Sensorsystem, das auf unbemannten Fahrzeugen integriert ist, um elektromagnetische Strahler in umkämpftem Gelände präzise zu erfassen, zu klassifizieren und zu lokalisieren.

Durch den Einsatz softwaredefinierter Funkgeräte wird gleichzeitig eine sichere, verlässliche und effiziente taktische Kommunikation gewährleistet, welche die Interoperabilität verbündeter Streitkräfte stärkt.

Ziel der vorgestellten Technologien ist die automatisierte, um Rohdaten in direkt nutzbare Erkenntnisse zu verwandeln. Dies sichert militärischen Entscheidern und Sicherheitskräften eine umfassende Informationsüberlegenheit und die strategische Dominanz im elektromagnetischen Spektrum.

Gerhard Heiming