Auf der Eurosatory hat der Technologiekonzern Thales mit der LGR275 Proxy eine neue lasergelenkte 70-mm-Rakete vorgestellt, die speziell für die Abwehr unbemannter Flugsysteme entwickelt wurde.
Die Abwehr von Drohnen der Klassen 1 und 2 in aktiven Konfliktgebieten hat die moderne Kriegsführung grundlegend verändert und die technologischen sowie wirtschaftlichen Grenzen traditioneller Luftverteidigungssysteme aufgezeigt. Mit der LGR275 Proxy reagiert Thales auf die dringende militärische Notwendigkeit, die Kosteneffizienz bei der Drohnenabwehr wiederherzustellen. In hochintensiven Konflikten führt das extreme Ungleichgewicht zwischen den immensen Kosten herkömmlicher Abfangraketen und den vergleichsweise günstigen Angriffsmolekülen der Drohnen schnell zu einer Erschöpfung der Munitionsdepots und zu einer massiven Überlastung der Verteidigungsbudgets. Das neue System bietet hierfür eine wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Abhilfelösung.

LGR275 Proxy für die Drohnenabwehr
Das prägnanteste technische Merkmal der LGR275 Proxy ist ihre Ausstattung mit einem integrierten Annäherungszünder sowie einem militärischen Gefechtskopf, der speziell für die effektive Bekämpfung und Neutralisierung von Luftzielen optimiert wurde. Das System basiert auf den bereits praxiserprobten lasergelenkten Raketenlösungen des Herstellers und zeichnet sich durch eine hohe operative Flexibilität aus, da es sowohl für Luft-Luft- als auch für Boden-Luft-Anwendungen gleichermaßen geeignet ist. Innerhalb des Produktportfolios von Thales dient die neue 70-mm-Rakete als funktionale Stärkung für SkyDefender, die mehrschichtige und domänenübergreifende Gesamtarchitektur des Konzerns zur integrierten Luft- und Raketenabwehr.
Kapazitätsausbau bei Thales Belgien
Verantwortlich für die Entwicklung und Produktion ist die Tochtergesellschaft Thales Belgium, die sich als führender Akteur bei der Bereitstellung von Raketensystemen nach NATO-Standard etabliert hat. Um der stark steigenden internationalen Nachfrage und dem dringenden Bedarf der Streitkräfte an verlässlichen Lieferketten gerecht zu werden, plant das Unternehmen eine massive Ausweitung seiner industriellen Kapazitäten.
Der offizielle Hochlauf der Produktion soll bereits Ende des Jahres 2026 beginnen. In den darauffolgenden Jahren strebt Thales Belgium eine Verdreifachung des Produktionsvolumens an. Durch diese Erhöhung des industriellen Fußabdrucks und die räumliche Nähe zu strategischen Partnern soll eine kontinuierliche und leistungsstarke Versorgung der Nutzerstaaten mit dieser Schlüsseltechnologie sichergestellt werden, um deren verteidigungspolitische Einsatzbereitschaft angesichts der dynamischen Bedrohung durch unbemannte Systeme nachhaltig zu festigen.
Gerhard Heiming


















