
Reservistenverband drängt auf stärkere Einbindung der Reserve
Jürgen Fischer
Mehr als 250 Gäste aus Politik, Bundeswehr, Wirtschaft und Gesellschaft kamen am 23. Juni zum Parlamentarischen Abend des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) in Berlin zusammen. Erstmals begrüßte das im April gewählte Präsidium unter Führung des neuen Verbandspräsidenten Bastian Ernst die Teilnehmer.
Reservistenverband setzt neue Schwerpunkte
In seiner Rede warb Ernst für eine stärkere Einbindung der Reserve in die Sicherheitsvorsorge Deutschlands. Angesichts der sicherheitspolitischen Herausforderungen in Europa seien personeller Aufwuchs, gesellschaftliche Resilienz und eine enge Verzahnung von Bundeswehr und Gesellschaft zentrale Aufgaben.
„Die sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit erlauben weder Stillstand noch Aufschub“, sagte Ernst. Die Reserve sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Landes- und Bündnisverteidigung. Mit Blick auf das geplante Reservestärkungsgesetz begrüßte er die vorgesehenen Maßnahmen zur besseren Einbindung und Stärkung der Reserve.
Besonderes Augenmerk legte der Verbandspräsident auf die Gewinnung junger Menschen und die stärkere Beteiligung von Frauen. Die Reserve müsse die Gesellschaft möglichst umfassend widerspiegeln. „Je stärker die Reserve unsere Gesellschaft abbildet und in ihr verankert ist, desto widerstandsfähiger und handlungsfähiger wird auch unsere Gesellschaft“, betonte Ernst.

Pistorius kündigt weitere Stärkung der Reserve an
Als Ehrengast sprach Verteidigungsminister Boris Pistorius über die sicherheitspolitische Lage und die geplante Weiterentwicklung der Reserve. Mit dem neuen Wehrdienst, der Reservestrategie und dem Reservestärkungsgesetz seien die Voraussetzungen geschaffen worden, um die Reserve deutlich auszubauen.
Bis 2033 sollen nach den Planungen des Verteidigungsministeriums mindestens 200.000 Reservistinnen und Reservisten einen konkreten Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands leisten. „Wir diskutieren nicht mehr darüber, ob wir eine starke Reserve brauchen. Wir bauen sie auf“, sagte Pistorius. Die Reserve sei weit mehr als eine personelle Ergänzung der Streitkräfte. Sie bilde die Grundlage für deren Durchhaltefähigkeit und stärke zugleich die Resilienz der Gesellschaft.
Der Minister kündigte zudem an, dass das Reservestärkungsgesetz planmäßig Anfang Juli das Bundeskabinett passieren solle. Ziel sei es unter anderem, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Reservedienstleistungen zu vereinheitlichen und die Reserve stärker als integralen Bestandteil der Streitkräfte zu verankern. Der Reservistenverband bleibe dabei der „Premiumpartner für die beorderungsunabhängige Reservistenarbeit“, so Pistorius.
Jürgen Fischer












