Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 10. Juni einen Rahmenvertrag zur Beschaffung von 120-mm-Mörsermunition gebilligt. Aus dem Rahmenvertrag soll als Festbeauftragung Munition im Wert von rund 220 Millionen Euro beschafft werden. Stückzahlen sind nicht angegeben. Mit einem durchschnittlichen Beschaffungspreis um 2.000 Euro kann die Anzahl für die Festbestellung in niedriger sechsstelliger Höhe abgeschätzt werden. Die Munition dient der Deckung des Erstbedarfs. Für die vollständige Bevorratung nach NATO-Vorgaben sind weitere Bestellungen notwendig.

Die Munition ist für das zukünftige System Indirektes Feuer kurze Reichweite (ZukSysIndF kRw) vorgesehen. Dafür hat die Bundeswehr im Mai 2024 einen Entwicklungsauftrag für den automatischen 120-mm-Turmmörser NEMO auf dem Trägerfahrzeug Patria 6×6 aus dem CAVS-Programm erteilt. Eine Serienbestellung erfolgte im Dezember. Als Teil des Lieferauftrags über bis zu 876 CAVS Fahrzeuge wurden 69 Fahrzeuge als Variante schwerer Mörser bestellt. Nach Auslieferung der Entwicklungsmuster in diesem Jahr soll die Serienfertigung 2027 beginnen. Die Truppe soll die Fahrzeuge im Zeitraum 2028 bis 2029 erhalten.

Der schwere Mörser NEMO auf Patria 6×6 CAVS-Trägerfahrzeug befindet sich in der Erprobung. (© Patria)

Für die Einsatz der schweren Mörser wird die bestellte Mörsermunition benötigt. Drei Munitionsarten stehen auf der Beschaffungsliste: Sprengmunition HE B1/B2, Nebelmunition RP SMK und Leuchtmunition ILLUM vis. Lieferant ist der finnische Munitionshersteller NAMMO, der als Unterauftragnehmer Rheinmetall Waffe Munition, Nammo Sweden, Junghans Microtec und die finnische Memar beteiligt.

Nach Durchführung der Pilotlosprüfungen sollen die Lieferungen sollen Ende 2027 beginnen und bis 2031 abgeschlossen sein.

Gerhard Heiming