Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 10. Juni der Wiederbeschaffung von 23 Bergepanzern 3 A2 einschließlich eines Ersatzteilerstbedarfs und Zubehör im Wert von rund 360 Millionen Euro zugestimmt.
Die Bundesregierung hatte 2023 und 2024 an die Ukraine 21 Bergepanzer 2 Standard und zwei Bergepanzer 3 Büffel abgegeben, um das Land bei der Abwehr des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges durch Russland zu unterstützen. Da Bergepanzer 2 nicht mehr lieferbar sind und auch nicht mehr den geänderten militärischen Forderungen genügen, sollen alle abgegebenen Bergepanzer durch Bergepanzer 3 Büffel ersetzt werden. Die Finanzierung erfolgt aus dem Einzelplan 60, wo Finanzmittel für die Ertüchtigung von völkerrechtswidrig angegriffenen Staaten im Bereich Sicherheit, Verteidigung und Stabilisierung ausgebracht sind.

Aufgaben des Bergepanzers
Der Bergepanzer 3 ist ein Kettenfahrzeug zur Unterstützung des Einsatzes und des Betriebs der Kampfpanzer Leopard 2 und anderer schwerer Kettenfahrzeuge. Er ist auf dem Fahrgestellt des Leopard 2 aufgebaut. Als Hauptaufgaben nennt die Bundeswehr das Bergen von Fahrzeugen unter Gefechtsbedingungen und das Anheben schwerer Lasten wie Turm oder Triebwerk eines Kampfpanzers. Neben dem Kran mit Hubwinde verfügt der Bergepanzer über eine schwere Hauptwinde mit 70 Tonnen Zugkraft im Zweifachzug des 90 Meter langen Seils und eine Hilfswinde mit 650 Kilogramm Zugkraft bei einer Seillänge von 280 Metern. Zudem ist der Bergepanzer mit einem 3,42 Meter breiten Räumschild ausgestattet, um Pionieraufgaben durchführen zu können.
Da für die Kampfpanzer Leopard 2 A7 und A8 die Hubkraftkraft des Bergepanzers 3 nicht ausreicht und Obsoleszenzen zu bereinigen waren, ist die Version A2 entwickelt worden, deren wichtigstes Merkmal der verstärkte Kran ist.
Lieferung im Zeitraum 2028 bis 2029
Der Hauptauftragnehmer Rheinmetall Landsysteme wird die Bergepanzer in Zusammenarbeit produzieren mit KNDS Deutschland, die Laufwerk, Gleiskette und Triebwerksteile zuliefern, Rolls-Royce Solutions und Renk, die das Triebwerk zuliefern. Presseberichten zufolge ist der Vertrag bereits unterschrieben. Der erste Bergepanzer soll in knapp zwei Jahren an die Bundeswehr übergeben werden. Die letzten beiden werden Mitte 2029 erwartet.
Mit dem Lebensdauerende der Bergepanzer 2 Standard 2030 und dem Zuwachs an Kampfpanzern Leopard 2 und Schützenpanzern Puma entsteht neuer Bedarf an Bergepanzern in zweistelliger Höhe. Soweit bekannt, wird die Beschaffung ausgeschrieben. Um den Zulauf ab 2030 sicherzustellen, muss das Verfahren bald eingeleitet werden.
Gerhard Heiming















