Auf der Eurosatory hat das finnische Verteidigungsunternehmen Patria das neue passive Radarsystem WISPR (Weapon Indication and Sensing Passive Radar) vorgestellt. Diese technologische Neuheit erweitert das Portfolio des Unternehmens im Bereich der passiven Sensorik und ist das weltweit erste passive Radar, das speziell für die Geschossdetektion und Waffenortung entwickelt wurde, schreibt Patria in einer Mitteilung.
Emissionsfreie Überwachung im Funkspektrum
Da moderne, aktive Radarsysteme durch ihre eigenen Funkemissionen leicht vom Gegner aufgespürt und bekämpft werden können, setzt WISPR auf eine völlig emissionsfreie Überwachung im Funkspektrum. Das System nutzt die sogenannte Passive Coherent Location-Technologie, bei der bereits vorhandene Signale – primär von digitalen Fernsehsendern – als Beleuchtungsquelle dienen. Dadurch bleibt das Radar für den Gegner unsichtbar, was die Überlebensfähigkeit der eigenen Truppen bei der Artillerieaufklärung massiv erhöht.

WISPR stand-alone oder im Netzwerk
WISPR ortet, verfolgt und lokalisiert Artillerie-, Mörser- und Raketengeschosse in operativ relevanten Reichweiten und bietet dabei eine Azimutabdeckung von über 100 Grad bei einer sehr hohen Aktualisierungsrate. Es kann wahlweise als Einzelstation oder im Netzwerk betrieben und vollständig ferngesteuert werden. Zudem lässt sich das System flexibel als eigenständige Lösung oder als Vorwarnsensor neben aktiven Radaren einsetzen. Ein wesentlicher Zusatznutzen ist die integrierte Luftraumüberwachung, mit der WISPR auch schwer zu detektierende, funkstille Drohnen zuverlässig aufspürt.
WISPR nutzt Hochleistungs-Antennen-Arrays und ist als mobiles, kompaktes System ausgelegt, das flexibel auf Anhängern, in Containern oder auf Fahrzeugen integriert und vollständig ferngesteuert betrieben werden kann. Mit einem Netzwerk aus mehreren passiven Empfangsstationen kann die Ortungsgenauigkeit weiter gesteigert werden.
Gerhard Heiming

















