Auf der Eurosatory hat die Indra Group erstmals ihre neue, vollständig auf AESA-Technologie basierende MTR-Radarfamilie (Multimission Terrestrial Radar/Multifunctional Tactical Radar)vorgestellt. Um die hohe Mobilität des Systems zu demonstrieren, wurde das Radar auf einem ungeschützten HX-8×8-Lkw von Rheinmetall präsentiert, schreibt Indra in einer Mitteilung vom 18. Juni.

Diese Kombination aus leistungsfähiger Sensorik und robuster Fahrzeugplattform sei eine direkte Reaktion auf moderne, hochintensive Konfliktszenarien. In diesen operativen Umfeldern sorge die enorme Dichte an gegnerischen Sensoren für ein transparentes Schlachtfeld, was eine extrem schnelle Verlegung der eigenen Systeme zwingend erforderlich mache, um feindlichem Gegenfeuer zu entgehen. Die MTR-Radare lassen sich daher innerhalb weniger Minuten auf- und wieder abbauen.

Das MTR-Radar von Indra kann für Land- Luft- und Seeaufgaben konfiguriert werden und ist mit einem HX-Lkw von Rheinmetall mobil gemacht. (© Indra Group)

MTR ist multimissionsfähig

Ein zentrales Merkmal der neuen Radargeneration ist ihre Multimissionsfähigkeit. Das System vereint die Funktionen der Artillerieortung (Counter-Battery), der Luftraumüberwachung sowie der Küstenüberwachung in einer einzigen Plattform. Durch diese Vielseitigkeit können Streitkräfte flexibel auf wechselnde Bedrohungslagen reagieren, während gleichzeitig die Anzahl der bereitzustellenden Einheiten und damit der logistische Fußabdruck im Einsatzgebiet deutlich reduziert werden.

Technologische Merkmale der MTR-Familie sind eine vollständig digitale Architektur, 4D-Fähigkeiten zur präzisen Verfolgung von Projektilbahnen sowie den Einsatz von Galliumnitrid-Halbleitern (GaN) in der Elektronik. Diese Komponenten steigern die Sendeleistung, den Wirkungsgrad und die Ausfallsicherheit unter extremen Betriebsbedingungen. Zudem sind die Betriebsmodi gezielt auf moderne Bedrohungen wie Drohnen und Hochgeschwindigkeitsraketen optimiert.

MTR für mittlere und große Reichweite

Indra bietet das System in zwei Versionen an. Das MTR 5 deckt den mittleren Reichweitenbereich ab, ist primär für die Bekämpfung von Artillerie und Drohnen ausgelegt und verfügt über einen eigenen Kontrollstand für den autonomen Betrieb. Die Variante MTR 10 ist als Langstreckenradar für die Luftraumüberwachung optimiert und dient als Lückenfüller oder Verstärkung für übergeordnete Luftverteidigungssysteme (GBAD/SAMOC). Beide Versionen sind vollständig in die bestehenden Führungssysteme von Indra integriert.

Gerhard Heiming