Auf der Eurosatory haben Hensoldt und Project Q eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet, um im Bereich der softwarezentrierten Verteidigung und Sensorintegration enger zusammenzuarbeiten. Die Kooperation konzentriert sich auf die Felder Sensorintegration, Edge Computing und Multi-Domain-Operationen im militärischen sowie zivilen Sicherheitsbereich, beispielsweise beim Schutz kritischer Infrastrukturen, schreibt Hensoldt in einer Mitteilung vom 15. Juni.

Integrations- und Orchestrierungslösung HYDRIS

Das Start-up Project Q bringt seine Open-Core-Integrations- und Orchestrierungslösung namens HYDRIS in die Partnerschaft ein. Diese Softwareplattform ermöglicht es den Angaben zufolge, handelsübliche Technologien, unterschiedliche Datenquellen und ältere Bestandssysteme nahtlos in einer gemeinsamen Einsatzumgebung zu vernetzen. HYDRIS nutze offene Standards, KI-gestützte Datenverarbeitung sowie Edge-Computing, um Streitkräften die eigenständige Gestaltung ihrer Systemlandschaft herstellerunabhängig zu erlauben. Zudem stellt Project Q mobile, kostengünstige und sofort einsatzbereite „Mission Kits“ bereit, die auf akustischen und seismischen Bodensensoren basieren, um Fahrzeuge, Drohnen und Personen aufzuklären.

Vertreter von Hensoldt und Project Q (rechts) haben die Zusammenarbeit für softwaregesteuerte Sensorintegration vereinbart. (© Hensoldt)

Stärken der Multi-Domain-Architektur

Hensoldt beabsichtigt, den eigenen softwarezentrierten Integrationsansatz durch die HYDRIS-Ebene von Project Q zu erweitern und die übergeordnete Multi-Domain-Architektur zu stärken. Der Rüstungskonzern steuert bewährte Sensortechnologien, sensornahe KI und die Integrationsplattform MDOcore bei. Parallel planen beide Unternehmen eine gemeinsame Entwicklung im Bereich der akustischen und seismischen Sensorik.

Schließen einer kritischen Fähigkeitslücke

Laut Sven Heursch, Digitalchef für softwaredefinierte Verteidigung bei Hensoldt, schließt Project Q mit der Echtzeit-Orchestrierung heterogener Systeme auf taktischer Ebene eine kritische Fähigkeitslücke und erweitert das Hensoldt-Portfolio um massefähige, kostengünstige Sensoren. Project-Q-CEO Leonard Wessendorf betont den Gewinn eines strategischen Partners, hebt jedoch hervor, dass sein Unternehmen herstellerunabhängig bleibt und weiterhin auch Systeme anderer Produzenten integrieren wird.

Gerhard Heiming