Auf der ILA Berlin stellt das deutsche Technologieunternehmen Rohde & Schwarz erstmals sein neues, souveränes Drohnenabwehrsystem THORIS (Tactical High-Energy Opponent Response & Interception System) vor. Die modular konfigurierbare Komplettlösung wurde entwickelt, um Bedrohungen durch feindliche besatzungslose Flugsysteme (UAS) im mobilen sowie stationären Einsatz schnell, präzise und plattformunabhängig zu erkennen, zu verfolgen und zu neutralisieren.

Multisensor-Suite

Das System basiert auf einer mehrschichtigen Multisensor-Suite. Für die Detektion von funkferngesteuerten Drohnen kommt eine Hochfrequenz-Erkennung (RF) zum Einsatz. Diese wird durch Radar- sowie elektro-optische und Infrarot-Sensoren (EO/IR) ergänzt. Dadurch bleibt die lückenlose Zielverfolgung und Identifikation selbst dann gewährleistet, wenn die Drohnen keine oder nur sehr schwache Funksignale aussenden.

Die gesamte Koordination der Sensorik und der Gegenmaßnahmen erfolgt über eine zentrale Befehls- und Kontrollsoftware (C2). Diese bietet dem Bediener ein hochauflösendes Lagebild, sichert die menschliche Aufsicht und gewährleistet die strikte Einhaltung von Einsatzregeln und rechtlichen Vorgaben.

THORIS LCS integriert auf einem Einsatzfahrzeug kann mobil militärische Konvois und Truppen im Einsatz gegen Drohnen schützen. (© Rohde & Schwarz)

Effektoren für die Drohnenabwehr

Für die Abwehr verfügt das System über hochentwickelte Jamming-Lösungen von Rohde & Schwarz, die die Funkverbindung von Drohnen blockieren können, sofern dies operativ und rechtlich zulässig ist.

Sollte das Jamming wirkungslos oder untersagt sein, wechselt das System auf eine laserbasierte Abwehrkomponente: das THORIS LCS (Laser Combat System). Dieses entstand in einer strategischen Partnerschaft mit dem Laserspezialisten TRUMPF. Der dort entwickelte hochenergetische Industrielaser gibt kontrollierte, hochintensive Pulse ab, die die Steuerungselektronik oder den Antrieb der Drohne präzise zerstören. Im Gegensatz zu klassischen Abwehrsystemen erfolgt diese Deaktivierung völlig ohne kinetischen Aufprall oder Splitterwirkung.

THORIS LCS auf mobilem Einsatzfahrzeug

Dank der modularen und skalierbaren Architektur lässt sich THORIS LCS flexibel in mobile Bodenfahrzeuge zum Schutz von militärischen Konvois und Truppen im Einsatz integrieren oder für den stationären Schutz kritischer Infrastrukturen nutzen.

Auf der ILA wird ein vollmaßstäbliches Modell des Systems auf einem mobilen Einsatzfahrzeug demonstriert. Die Markteinführung des voll integrierten Fahrzeugsystems ist für Ende 2028 geplant, wobei auf dem Weg dorthin verschiedene Demonstratoren und Validierungsphasen vorgesehen sind.

Gerhard Heiming