Da klassifizierte Daten nicht in öffentliche KI-Modelle hochgeladen werden dürfen, hat conet die Plattform Sovira entwickelt. Sie bietet ein System analog zu ChatGPT für sensible Unternehmens- sowie Behörden- und Bundeswehrkonferenzen. Die Lösung ermöglicht ein komplett abgeschottetes Arbeiten im eigenen Netzwerk, erlaubt für unkritische Recherchen aber auch den kontrollierten Internetzugang. conet hat das im November 2025 vorgestellte System auf der AFCEA-Fachausstellung in praktischer Anwendung demonstriert.
Ansatz und Funktionsweise
Um Abhängigkeiten von Großkonzernen zu vermeiden, basiert Sovira konsequent auf Open-Source-Lösungen, kann auf Wunsch in geeigneten Szenarien aber auch gleichzeitig kommerzielle Sprachmodelle einbinden. Die Plattform optimiert Frage-Antwort-Szenarien: Bei der Architekturmodellierung für Rüstungsvorhaben der Bundeswehr liefert sie präzise Antworten zu Richtlinien und erstellt Datenmodell-Entwürfe samt Quellen. Für komplexe Prozesse wie Ausschreibungen agiert Sovira als Multi-Agenten-Plattform. Spezialisierte KI-Agenten prüfen Entwürfe parallel auf Produktneutralität, IT-Sicherheit oder DSGVO-Konformität, was Fehler minimiert und Verfahren beschleunigt.

Mensch, Praxis und Technik
Das System entlastet Personal, ersetzt aber nicht das menschliche Denken. Fachwissen bleibt zwingend erforderlich, um KI-Antworten zu bewerten. Da Sprachmodelle statistisch arbeiten, gibt es keinen 100-prozentigen Schutz vor Fehlern bei Datenlücken; das Risiko lässt sich durch eine gute Datenbasis aber auf unter 10 Prozent senken. Dank grafischer Oberfläche können geschulte Endanwender Abläufe selbst aufbereiten.
Die Einsatzbereiche sind universell dort, wo Vorschriften oder Handbücher auszuwerten sind. Technisch ist die KI rechenintensiv. Kleinere Open-Source-Modelle für 50 bis 100 Nutzer laufen stabil auf Servern für 50.000 bis 60.000 Euro.
Sovira wird aktuell bei einer Bundesbehörde erprobt.
Gerhard Heiming










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