In Calden wird nicht einfach produziert. Airbus Helicopters Technik entwickelt, fertigt und wartet in der nordhessischen Gemeinde hochkomplexe Getriebe für zivile und militärische Hubschrauber. Zu Besuch an einem Standort, an dem industrielle Präzision, Sicherheitskultur und strategische Relevanz zusammenkommen.

Wer nach Calden kommt, sieht keinen gefälligen Vorzeigestandort, sondern ein Werk, das arbeitet. Ältere Hallen, neue Baukörper, Container, Erweiterungsflächen, enge Wege zwischen Fertigung, Lagern und Büros. Vieles wirkt im Umbau, manches improvisiert, zugleich wird sichtbar investiert. Genau das trifft den Charakter des Standorts. Bei Airbus Helicopters Technik in Calden geht es nicht um Hochglanz, sondern um Getriebe, Rotorbauteile, Prüfstände, Dokumentation und Qualitätssicherung, also um jene Bereiche, die über Verfügbarkeit und Flugsicherheit entscheiden.

Soldaten seilen sich von einem Airbus H145M ab.
Foto: Bundeswehr

Vark Helfritz, Geschäftsführer der Airbus Helicopters Technik GmbH in Calden, führt durch seinen Betrieb mit dem Ton eines Mannes, der das Umfeld seit Langem kennt. Der gelernte Jurist ist ein Airbus-Mann alter Schule. Er begann 1997 in der zentralen Nachwuchsgruppe der damaligen DASA, der Daimler-Benz Aerospace, hat verschiedene Stationen des Konzerns durchlaufen und spricht nicht nur über Werkhallen, sondern auch über Industriepolitik, Konzernlogik und Beschaffung. Gleich zu Beginn fällt ein Satz, der den Standort besser erklärt als jede Präsentation: „Es ist Industrie, aber de facto ist es Manufaktur. Im Grunde wird jedes Teil händisch angefasst, befundet und geprüft.“ Das klingt zunächst unspektakulär. Nach dem Rundgang ist klar, dass in diesem Satz der Kern des Werks steckt.