Die Unternehmen Saab und General Atomics Aeronautical Systems, Inc. (GA-ASI) haben erfolgreich den Erstflug des nach eigener Angabe weltweit ersten besatzungslosen Frühwarnsystems (Airborne Early Warning, AEW) absolviert. Der Meilenstein wurde – einer Information von Saab vom 21. Mai zufolge – am 19. Mai auf der GA-ASI-Anlage „Desert Horizon“ in Südkalifornien erreicht. Dazu war der moderne LoyalEye-Radarsensor von Saab in die besatzungslose MQ-9B-Drohne von GA-ASI integriert worden. Dieser Flug markiert den Beginn einer mehrmonatigen Test- und Evaluierungsphase, die noch in diesem Jahr mit einer vollständigen Demonstration der Systemfähigkeiten abgeschlossen werden soll.

„LoyalEye auf der MQ-9B bietet entscheidende luftgestützte Sensorik und unterstützt so eine längere Einsatzdauer und größere operative Reichweite“, sagte Carl Johan Bergholm, Leiter des Geschäftsbereichs Überwachung bei Saab.

Die besatzungslose MQ-9B von GA-ASI mit integriertem LoyalEYE beim Erstflug als besatzungslose luftgestützte Frühwarnlösung (U-AEW). (Foto: Saab)

Partnerschaft Saab– GA-ASI

Die im Jahr 2025 angekündigte Partnerschaft kombiniert Saabs weltweite Expertise bei Frühwarnsystemen, bekannt durch die GlobalEye-Lösung mit Besatzung, mit der langjährigen Erfahrung von GA-ASI im Bereich besatzungsloser Luftfahrzeuge. Das neu entwickelte System ist darauf ausgelegt, als flexible Ergänzung zu Plattformen mit Besatzung zu dienen. Es bietet eine extrem hohe Flugausdauer sowie eine erweiterte operative Reichweite und erhöht die Sicherheit, da die Flugcrews am Boden bleiben und keiner direkten Gefahr ausgesetzt sind.

„Die automatische Kampfführung (AEW) der MQ-9B wird entscheidende Aufklärungsleistungen aus der Luft ermöglichen, um taktische Munition aus der Luft, Lenkflugkörper, Drohnen, Kampf- und Bomberflugzeuge sowie andere Bedrohungen abzuwehren“, sagte David R. Alexander, Präsident von GA-ASI.

Breites Einsatzspektrum

Das gemeinsame System deckt ein breites Einsatzspektrum ab, schreibt Saab. Es diene der weitreichenden Luftüberwachung sowie der gleichzeitigen Erkennung und Verfolgung mehrerer Ziele. Dazu gehören taktische Luft-Luft-/Luft-Boden-Munition, Lenkwaffen, Drohnen sowie Jagd- und Bomberflugzeuge. Für einen flexiblen Einsatz agiert die Plattform außerhalb der direkten Sichtlinie über eine zuverlässige Satellitenkommunikation (SATCOM).

Gerhard Heiming