Als Nicht-EU-Mitglied will sich Norwegen ab 2026 am European Defence Industry Programme (EDIP) beteiligen und dafür bis 2028 rund 315 Millionen norwegische Kronen, umgerechnet etwa 29 Millionen Euro, bereitstellen. Die Mittel sollen aus dem militärischen Teil des Nansen-Programms für die Ukraine kommen.
Oslo verbindet den Schritt mit industriepolitischen Impulsen für die eigene Rüstungswirtschaft und einem sicherheitspolitischen Beitrag zur Unterstützung der Ukraine. Nach Darstellung der Regierung eröffnet die Teilnahme norwegischen Unternehmen den Zugang zu Fördermitteln aus dem EDIP und soll den Ausbau nationaler Produktionskapazitäten unterstützen.
Verteidigungsminister Tore O. Sandvik bezeichnete die Beteiligung als wichtigen Beitrag, um der Ukraine besseren Zugang zu kritischem Wehrmaterial zu verschaffen. Dabei verwies er unter anderem auf norwegische Kompetenzen bei militärischen Sprengstoffen und Raketenmotoren.

EDIP verfügt über ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro für die Jahre 2026 bis 2027 und soll die europäische Verteidigungsindustrie stärken und modernisieren. Über ein eigenes Unterstützungsinstrument ist auch die ukrainische verteidigungsindustrielle Basis in das Programm einbezogen. Aus norwegischer Sicht soll die Beteiligung zudem Investitionen in heimische Produktionskapazitäten anstoßen und die Einbindung in europäische Beschaffungs- und Kooperationsstrukturen vertiefen.
EDIP steht nach der Verordnung nicht nur EU-Mitgliedstaaten offen, sondern auch „assoziierten Ländern“, wobei dazu EFTA-Staaten gehören, die zugleich Mitglieder des EWR sind; die Schweiz ist ausdrücklich ausgeschlossen. Damit wären rechtlich neben Norwegen auch Island und Liechtenstein potenziell teilnahmefähig.
Hans Uwe Mergener


















