Der südkoreanische Rüstungskonzern Hanwha Aerospace wird drei weitere Mehrfachraketenwerfer des Typs Chunmoo an die estnischen Streitkräfte liefern. Grundlage ist ein Regierungsabkommen (Government-to-Government, G2G), das am 11. Mai zwischen der Korea Trade-Investment Promotion Agency (KOTRA) und dem Estonian Centre for Defence Investments (ECDI) unterzeichnet wurde. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.
Die zusätzlichen Systeme ergänzen einen im Dezember 2025 geschlossenen Vertrag im Umfang von rund 290 Millionen Euro. Dieser umfasste bereits sechs Chunmoo-Launcher, verschiedene Munitionsarten – darunter die Raketen CGR-080, CTM-MR und CTM-290 – sowie Ausbildungs- und Unterstützungsleistungen.
Mit dem Folgeauftrag vertieft Estland seine verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit mit Hanwha Aerospace weiter. Bereits zuvor hatte Tallinn K9-Panzerhaubitzen des südkoreanischen Herstellers beschafft.

Ausbau weitreichender Präzisionsfähigkeiten
Das Chunmoo-System gilt als modernes Mehrfachraketenwerfersystem mit hoher Mobilität und schneller Einsatzbereitschaft. Es basiert auf einem geländegängigen 8×8-Fahrzeug und kann sowohl 239-mm-Lenkflugkörper mit Reichweiten von bis zu 80 Kilometern als auch taktische ballistische Raketen des Typs CTM-290 mit Reichweiten von bis zu 290 Kilometern verschießen.
Die estnische Regierung verfolgt seit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine umfassende Modernisierung ihrer Streitkräfte. Dabei setzt Tallinn verstärkt auf Fähigkeiten zur präzisen Bekämpfung weitreichender Ziele und auf eine engere Integration in die NATO-Verteidigungsplanung im Ostseeraum.
Verteidigungsminister Hanno Pevkur bezeichnete den neuen Vertrag als „bedeutende Fähigkeitsentwicklung“ und verwies auf die zunehmend intensive Zusammenarbeit mit Südkorea. „Der Vertrag über drei zusätzliche Chunmoo-Systeme spiegelt unsere aktive und effektive Kooperation mit unseren südkoreanischen Partnern wider“, erklärte Pevkur.
Hanwha stärkt Position im Baltikum
Hanwha Aerospace sieht in dem Auftrag einen weiteren Schritt zur Stärkung seiner Präsenz in Nord- und Osteuropa. Nach Unternehmensangaben basiert die vertiefte Zusammenarbeit mit Estland auf den Erfahrungen aus früheren K9-Projekten sowie der schnellen Umsetzung des ersten Chunmoo-Vertrags.
„Dieser Folgeauftrag ermöglicht es uns, weiterhin zur Stärkung der estnischen Verteidigungsfähigkeiten und des verteidigungsindustriellen Ökosystems beizutragen“, erklärte Jae-il Son, Präsident und CEO von Hanwha Aerospace. Zugleich wolle das Unternehmen seine Aktivitäten im Baltikum und in den nordischen Staaten ausbauen.
Hanwha Aerospace gehört zu den größten südkoreanischen Rüstungsunternehmen und bietet Systeme für Land-, Luft-, See- und Weltraumanwendungen an. Neben Artilleriesystemen umfasst das Portfolio unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, Präzisionsmunition, Flugzeugtriebwerke sowie Raumfahrttechnologien.
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