Welche Fähigkeiten das sein werden, könne man derzeit, wenn überhaupt, nur grob erahnen, sagt der Verteidigungsminister. Die „Strategie der Reserve“ ruft Kritik hervor – auch weil ein zentraler Begriff fehlt.
Die erste Militärstrategie der Bundesrepublik Deutschland trägt den Titel „Verantwortung für Europa“. Die Bundeswehr stelle sich dieser Verantwortung, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), als er im April die „großen Leitlinien“ für die Streitkräfte präsentierte: Militärstrategie, Fähigkeitsprofil, einen Plan für den personellen Aufwuchs der Bundeswehr und eine, so wird das im Ministerium genannt, „Strategie der Reserve“. Die aktuelle Bedrohungslage, betonte Pistorius, erfordere „strategische Klarheit“.
Russlands Krieg gegen die Ukraine und Donald Trumps Abkehr vom US-amerikanischen Schutzversprechen für Europa haben Deutschland dazu gebracht, seinen sicherheitspolitischen Kurs in historischer Tragweite zu verändern. Das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung, die „stärkste konventionelle Armee in Europa“ aufzubauen, hob Pistorius vor der Presse erneut hervor. Zwangsläufig halte er an dieser Ansage fest. „Die Welt ist unberechenbarer geworden. Und ja, man muss auch sagen, gefährlicher.“
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