Die schwedische Beschaffungsbehörde FMV stärkt unter dem Namen GUTE II die Drohnenabwehrfähigkeit der Streitkräfte für militärische und zivile Einrichtungen. Dazu hat die FMV bei BAE Systems Bofors das Waffensystem TRIDON Mk2 mit 40-mm-Kanone auf Lkw und bei Saab das Waffensystem Trackfire mit 30-mm- Kanone auf 4×4-SISU- Radfahrzeugen bestellt. Ergänzt wird die Drohnenabwehr durch ein System für elektronischen Kampf und Gegenmaßnahmen. Die Systeme sollen im Zeitraum 2027 bis 2028 geliefert werden.

Die FMV hat für die Systeme insgesamt 8,7 Milliarden schwedische Kronen (umgerechnet 800 Millionen Euro) bereitgestellt. Davon gehen etwa 153 Millionen Euro an Bofors für TRIDON Mk 2 und 204 Millionen Euro an Saab für Trackfire, wie die Unternehmen mitgeteilt haben.

Die Kanonensysteme TRIDON Mk2 (links) und Trackfire 30 werden für die schwedische Drohnenabwehr beschafft. (Foto: BAE Systems Bofors, Saab)

TRIDON Mk 2 und Trackfire

TRIDON Mk2 ist von der Schiffskanone Bofors 40 Mk 4 für bodengestützte Luftverteidigung abgeleitet und wurde auf der Eurosatory 2024 erstmals vorgestellt. Die Kanone hat eine Kadenz von 300 Schuss/Minute und eine maximale Reichweite von 12,5 Kilometer. Montiert auf Lkw oder Kettenfahrzeug kann das System gleichzeitig eine Vielzahl von Luftbedrohungen bekämpfen, darunter Drohnen, Marschflugkörper und Flugzeuge. Darüber hinaus kann es Bodenbedrohungen wie gepanzerte Fahrzeuge bekämpfen und bietet so Schutz und Sicherheit sowohl für Streitkräfte als auch für die zivile Infrastruktur.

„Das TRIDON Mk2 wurde für die heutige Kriegsführung konzipiert, und wir werden weiterhin modernste Lösungen liefern, um unsere Kunden bestmöglich für zukünftige Herausforderungen zu rüsten“, sagte Lena Gillström, Präsidentin von BAE Systems Bofors.

TRIDON Mk 2 wird in der Ukraine zur Luftverteidigung eingesetzt – unentgeltlich überlassen von Schweden und Dänemark.

Die Waffenstation Trackfire von Saab ist mit einer 30-mm-Kanone ausgerüstet. Die Feuerleitung erfolgt über eine stabilisierte Optik und eine Steuereinheit für den Richtschützen. Sie kann auf kleinen Radfahrzeugen wie dem 4×4 SISU installiert werden, das als TGB24 in Schweden eingeführt ist. Das C-UAS-System ist für  anpassungsfähige und kosteneffiziente mehrschichtige Verteidigung gegen moderne Drohnenbedrohungen konzipiert.

„Diese Technologie erhöht die Sicherheit des Luftraums durch die Erkennung, Verfolgung und Abwehr unbemannter Luftbedrohungen und lässt sich problemlos in andere Systeme integrieren“, sagt Carl-Johan Bergholm, Leiter des Geschäftsbereichs Surveillance bei Saab.

Vorläufer GUTE

Das neue System geht zurück auf die 2025 in Schweden vorgestellte Drohnenabwehrfähigkeit „GUTE“. Diese entstand FMV zufolge in enger Zusammenarbeit zwischen der schwedischen Industrie, dem schwedischen Verteidigungsministerium und den schwedischen Streitkräften. Basierend auf bestehenden Ausrüstungssystemen und unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg wurde eine neue Systemkette entwickelt, um der wachsenden Bedrohung durch Drohnen zu begegnen. Das System umfasst ein gemeinsames Führungs- und Feuerleitsystem, aktive und passive Sensoren, ein Fernkriegssystem sowie ein Beschusssystem mit 30- und 40-mm-Kanonen.

„Dies ist ein einzigartiges Konzept, das wir nun durch Serienbestellungen skalieren. Die Subsysteme sind bereits bei den Streitkräften im Einsatz, vollautomatisch und relativ einfach zu bedienen. Sie ermöglichen die schnelle und synchronisierte Bekämpfung von Drohnen, was auf dem heutigen Schlachtfeld absolut entscheidend ist“, erläuterte Jonas Lotsne, Leiter des Bereichs Militärausrüstung bei FMV.

Gerhard Heiming