Die U.S. Air Force (USAF) verstärkt im laufenden Irankrieg ihr Kontingent von Erdkampfflugzeugen des Typs Fairchild Republic A-10C Thunderbolt II am Persischen Golf. Bislang waren nach Medienberichten etwa ein Dutzend der auch als „Warthog“ (Warzenschwein) bekannten Maschinen in der Region eingesetzt. Jetzt sollen bis zu 18 weitere dorthin verlegt werden. Zwölf von der 107th Fighter Squadron der Michigan Air National Guard legten am Montag dieser Woche auf dem Weg bereits einen Zwischenstopp auf der britischen Basis Lakenheath ein, unterstützt von ebenfalls in Großbritannien stationierten Tankflugzeugen des Typs KC-135.
Erstmals hatte die USAF den Einsatz der A-10 im aktuellen Konflikt am 15. März bekannt gegeben. In den folgenden Tagen erklärte sie, dass die Thunderbolt in der faktisch vom Iran gesperrten Straße von Hormus gegen Drohnen und Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden genutzt werde. Zuletzt zirkulierten Videos aus dem Irak in sozialen Medien, in denen die Flugzeuge ihre massive siebenrohrige 30-mm-Gatlingkanone GAU-8/A Avenger gegen pro-iranische Schiitenmilizen einsetzten. Vielfach kommentiert wurden die ungewöhnlich langen Feuerstöße von bis zu neun Sekunden Dauer.

Einsatz der A-10 in komplexer Situation im Irak
Obwohl die maximale theoretische Feuergeschwindigkeit der GAU-8 mittlerweile von den ursprünglichen 4.200 auf 3.900 Schuss pro Minute herabgesetzt ist, dürfte das die Hälfte der normalen Munitionskapazität von 1.147 Schuss im Flugzeug verbrauchen. Üblich sind Feuerstöße von zwei bis drei Sekunden. Möglicherweise handelt es sich vor allem um eine „show of force“ zur Abschreckung, zumal mehrere Videos offenbar von den angegriffenen Kräften selbst aufgenommen wurden. Die akustische und optische Signatur der Avenger dürfte diesen Zweck erfüllen, während die A-10 vor Gefahren durch Beschuss mit Infanteriewaffen im Tiefflug relativ gut geschützt ist.
Die Situation im Irak ist komplex, da die schiitischen Gruppen Teil der Volksmobilisierungseinheiten (PMF) und damit der offiziellen irakischen Sicherheitskräfte sind. Sie bildeten sich 2014 zur Verteidigung gegen das Terrorregime des Islamischen Staates (IS) und wurden 2015 direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt. Nach Ausbruch des Irankrieges griffen sie teilweise amerikanische und verbündete Einrichtungen im Land an, worauf US-Streitkräfte mit Gegenangriffen reagierten. Dagegen protestierte wiederum die irakische Regierung und erteilte den PMF die Genehmigung zur Selbstverteidigung.


















