Die amphibische Kampfgruppe um die USS Boxer hat nach einer Meldung des U.S. Naval Institute (USNI) am Sonntag auf dem Weg in den Nahen Osten Hawaii erreicht. Demnach zeigten Bilder den Amphibienträger der Wasp-Klasse mit den Docklandungsschiffen USS Portland und USS Comstock beim Passieren der Gedenkstätte für das 1941 beim japanischen Angriff auf Pearl Harbour versenkte Schlachtschiff USS Missouri. Der Verband transportiert die 11th Marine Expeditionary Unit (MEU) des U.S. Marine Corps (USMC) aus Camp Pendleton, Kalifornien.

Damit ist klar, dass die am vorletzten Wochenende vorzeitig aus San Diego auf See beorderte Expeditionary Strike Group (ESG) den Weg über den Pazifik und nicht durch den Panamakanal nimmt. Die Kampfgruppe mit mindestens 2.200 Marines wird in etwa zwei Wochen in der Golfregion erwartet. Am Freitag vergangener Woche erreichte bereits die ESG um die USS Tripoli mit der 31st MEU aus Japan kommend den Befehlsbereich des US-Zentralkommandos (CENTCOM). Zudem wurde die Verlegung von Teilen des Kommandos und einer Brigade der 82nd Airborne Division in die Golfregion bestätigt.

US Marines der 11th Marine Expeditionary Unit üben während der Verlegung Richtung Iran an Bord des Docklandungsschiffs USS Comstock (Foto: US Marine Corps / Trent A. Henry)

Einsatz von Bodentruppen im Irankrieg weiter offen

Die Truppen sollen US-Präsident Donald Trump im laufenden Irankrieg Optionen für Operationen zur Öffnung der vom Iran faktisch blockierten Straße von Hormus, gegen die iranische Ölverladeinsel Kharg im Norden des Persischen Golfs oder zur Sicherstellung der iranischen Bestände an hochangereichertem Uran geben. USMC und U.S. Navy veröffentlichten in dieser Woche Bilder von Marines der 11th MEU beim Üben mit Handwaffen, Booten, Hubschraubern und Kampfjets während der Überfahrt Richtung Hawaii.

Ob die Truppen tatsächlich zum Einsatz kommen, bleibt weiter offen. Zuletzt hatte Präsident Trump erklärt, die Operationen würden noch zwei bis drei Wochen dauern, Berichten zufolge aber intern geäußert, man könne diese auch ohne Öffnung der Straße von Hormus einstellen. Insgesamt wurden Aussagen beider Seiten eher zugunsten eines baldigen Kriegsendes gedeutet. So sagte der iranische Präsident Massud Peseschkian laut Meldungen vom Montag dieser Woche, dass das Land hierzu bei Garantien gegen weitere Angriffe bereit sei.

Trump seinerseits behauptete, der Iran habe um einen Waffenstillstand gebeten. Möglicherweise handelt es sich allerdings dabei um den Versuch, die nervösen internationalen Ölmärkte zu beruhigen. Der Preis für ein Barrel der Standardmarke Brent sank denn auch von über 105 auf knapp unter 99 US-Dollar, stieg allerdings später wieder an bevor er erneut fiel. Am heutigen Abend um 21:00 amerikanischer Ostküstenzeit (03:00 Uhr in der Nacht zu morgen Mitteleuropäischer Sommerzeit) will Trump sich mit einer Rede zum Irankrieg an die Nation wenden.

Stefan Axel Boes