Bei seinem Erstauftritt auf der XPONENTIAL zeigte Diehl Defence Ausschnitte aus dem Lösungsportfolio Drohnenabwehr. Im Mittelpunkt das hochmobile und kampfwertgesteigerte Drohnen-Abwehrsystem GARMR, das im Februar auf der Enforce Tac in Nürnberg erstmals vorgestellt wurde. Während auf der Enforce TAC das Kinetic Defence Vehicle als Prototyp in voller Größe zu sehen war, nutzte Diehl auf der EXPONENTIAL drei Modelle, um die Konfigurationsmöglichkeiten zu demonstrieren.
GARMR: Modulares Drohnenabwehrsystem
Kern des GARMR ist das modulare Führungs- und Feuerleitsystem Sky Sphere, das die gesamte Sensor-to-Shooter-Kette abdeckt. In das System kann ein großes Spektrum an Effektoren eingebunden werden. Für den Layer 1 der Drohnenabwehr stehen Maschinenwaffen mit 7,63 mm, 12,7 mm oder demnächst 20 mm im Entfernungsbereich bis 1.000 Meter in einer Waffenstation zur Verfügung. Für den Layer 2 können mit Standardschnittstellen parallel zwei Abfangdrohnen-Technologien im Entfernungsband bis 20 beziehungsweise 40 Kilometer eingesetzt werden. GARMR SRS (Short-Range-System) nutzt die Abfangdrohne CICADA mit Fangnetz oder Gefechtskopf, während GARMR MRS (Medium-Range-System) Ziele zusätzlich mit neuartigen Abfangdrohnen neutralisiert. Für beide Reichweiten lassen sich jedoch auch weitere Effektoren integrieren, sodass das System situationsabhängig optimal angepasst werden kann
Das Bild zeigt links die Variante MRS mit langer Besatzungskabine, in der Mitte die Variante SRS mit CICADA-Werfer und kurzer Besatzungskabine und rechts die Variante MRS mit kurzer Besatzungskabine.
Die Abfangdrohne CICADA gilt als Herzstück von Sky Sphere. Der elektrisch angetrieben Flugkörper ist speziell für die Drohnenabwehr entwickelt. Er kann sowohl mit einem Splittergefechtskopf als auch nicht-letal mit einem Drohnenfangnetz eingesetzt werden.

Libelle und Ziesel
Darüber hinaus präsentierte Diehl die Loitering Munition Libelle, die als nächste Generation von Wirkmitteln zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge entwickelt wird. Mit bewährter Gefechtskopftechnologien in Verbindung mit einer Top-Attack-Fähigkeit soll die Libelle effektiv alle Arten von passiven, reaktiven und aktiven Schutzsystemen aktueller und zukünftiger gepanzerte Plattformen überwinden.
Das besatzungslose Bodenfahrzeug Ziesel kann rund 500 Kilogramm auf seiner rund zwei Quadratmeter großen Ladefläche transportieren. Das Autonomie-Kit Platon ermöglicht voll- oder teil-autonomen Betrieb unter anderem für Logistikunterstützung, Transport, Verwundetentransport (CasEvac) oder Panzerabwehr.
Gerhard Heiming
















