Der italienische Rüstungs- und Technologiekonzern Leonardo hat am 18. März 2026 die Übernahme des Verteidigungsgeschäfts der Iveco Group abgeschlossen. Dazu gehören vor allem die Marken Iveco Defence Vehicles (IDV) und Astra Veicoli Industriali. Der Kaufpreis beträgt rund 1,6 Milliarden Euro, basierend auf einem vereinbarten Unternehmenswert von 1,7 Milliarden Euro, abzüglich vertraglicher Anpassungen. Die Finanzierung erfolgte aus vorhandenen liquiden Mitteln von Leonardo. Die Übernahme war im August 2025 angekündigt worden.

Bereitstellung vollständig integrierter Plattformen
„Die Übernahme stärkt unsere Position als führender Akteur im Bereich der Landverteidigung und verbessert unsere Wettbewerbsfähigkeit in einem Markt mit erheblichem langfristigem Wachstumspotenzial“, erklärte Leonardo-CEO Roberto Cingolani. „Durch diese Transaktion erwirbt Leonardo die industriellen Kapazitäten, die für die Bereitstellung vollständig integrierter Plattformen erforderlich sind, die sowohl Mobilität als auch Nutzlast abdecken, und macht einen weiteren Schritt in Richtung seiner Strategie des anorganischen Wachstums, einer der Säulen, auf denen die Umsetzung unseres Industrieplans beruht.“
Durch die Kombination von Leonardos Elektronik- und Sensorsystemen – etwa Führungs-, Kommunikations- und Optroniklösungen – mit den Fahrzeugplattformen von IDV kann der Konzern künftig komplette militärische Systeme anbieten.
Zudem soll die Transaktion Synergien in Vertrieb, Produktion und Technologieentwicklung schaffen. Die gemeinsamen Vertriebsnetze eröffnen neue Marktchancen, während die industrielle Zusammenarbeit Innovationen beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Verteidigungsmarkt erhöhen soll.
Leonardo in der Landsystemtechnik
Leonardo ist bereits über das 1985 gegründete Konsortium Iveco-Oto Melara (CIO) mit Iveco verbunden. Der Waffensystemhersteller Oto Melara wurde 2001 von Finmeccania übernommen, die sich 2016 in Leonardo umbenannt hat.
Mit Rheinmetall hat Leonardo 2024 das Joint Venture Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) gegründet, dass im Januar 2025 die behördliche Zustimmung erhielt. Hauptziel von LRMV ist die Entwicklung und Herstellung von bis zu 1.050 Schützenpanzersystemen „Armoured Infantry Combat System (AICS)“ auf Lynx-Basis und mehr als 380 Kampfpanzern auf Basis des Rheinmetall Panthers KF51 sowie Unterstützungsversionen wie Berge-, Aufklärungs- oder Flugabwehrpanzer für das italienische Heer. LMRV hat am 27. Januar die ersten vier Lynx KF 41 aus einer Bestellung von 21 Schützenpanzern übergeben.
Gerhard Heiming
















