Das Berliner Defence-Tech-Unternehmen STARK und der norwegische Anbieter von Autonomie- und Schwarmsoftware Six Robotics haben eine strategische Partnerschaft zur Integration ihrer Systeme für sogenannte Recce-Strike-Operationen vereinbart. Eine entsprechende Absichtserklärung (MoU) wurde am 12. März in Oslo und Berlin bekannt gegeben.

Beim Recce-Strike-Konzept werden Aufklärungsdrohnen (ISR) direkt mit Loitering Munition vernetzt, sodass Aufklärung, Zielidentifikation und Angriff eng miteinander verzahnt werden. Dadurch lässt sich der sogenannte Sensor-to-Shooter-Zyklus deutlich verkürzen. Ziel ist es, Zielaufklärung, Angriff und anschließende Schadensbewertung innerhalb weniger Minuten durchführen zu können – auch unter Einfluss elektronischer Störmaßnahmen. Nach Angaben der Unternehmen wurde eine erste Integrationsphase der Systeme bereits erfolgreich erprobt.

Das Virtus System von Stark (Foto: Stark)

Die Zusammenarbeit erweitert das Partnernetzwerk von Six Robotics und ist zugleich die erste skandinavische Fähigkeitspartnerschaft von STARK, seit das Unternehmen kürzlich ein Büro in Schweden eröffnet hat. Zudem gilt die Kooperation als Beispiel für die deutsch-norwegische Rüstungszusammenarbeit im Rahmen des sogenannten Hansa-Abkommens, das während der Münchner Sicherheitskonferenz unterzeichnet wurde.

Offene Software-Architektur

Kern der Partnerschaft ist die Integration der Systeme beider Unternehmen in eine gemeinsame Missionsumgebung. Dabei setzen die Partner auf das Prinzip der Modular Open Source Architecture (MOSA). Diese Architektur soll es Streitkräften ermöglichen, Fähigkeiten verschiedener Anbieter und Plattformen systemübergreifend zu kombinieren und gemeinsam einzusetzen.

Christian Fredrik Eggesbø, Gründer und CEO von Six Robotics, sieht in der softwarebasierten Interoperabilität einen entscheidenden Vorteil moderner Streitkräfte. Autonome Systeme verschiedener Anbieter und Nationen könnten so innerhalb einer gemeinsamen Missionsumgebung koordiniert werden.

Auch STARK betont die Rolle europäischer Innovationsnetzwerke. Laut Johannes Arlt, Managing Director Nordics bei STARK, soll die Integration der Systeme eine interoperable europäische Lösung für unbemannte Gefechtsfähigkeiten schaffen und zur industriellen Abschreckungsfähigkeit in Nordeuropa beitragen.

STARK entwickelt unbemannte Systeme für mehrere militärische Einsatzdimensionen. Das Unternehmen entstand aus Anforderungen der ukrainischen Streitkräfte und konzentriert sich auf KI-gestützte, softwarebasierte und skalierbare Systeme für moderne Gefechtsfelder. Der Hauptsitz befindet sich in Berlin, weitere Standorte bestehen unter anderem in Griechenland, Schweden, dem Vereinigten Königreich und der Ukraine.

ck