Bei den gegenwärtigen Angriffen auf den Iran haben die USA erstmals die neue ballistische Precision Strike Missile (PrSM) eingesetzt. Das teilte das für den Nahen und Mittleren Osten zuständige U.S. Central Command (CENTCOM) am Mittwoch mit. Dazu veröffentlichte es Videoaufnahmen von Starts aus einem Raketenartilleriesystem M142 HIMARS in offenem Wüstengelände. PrSM ist die Nachfolgerin des MGM-140 Army TACtical Missile System (ATACMS). Während ATACMS eine Reichweite von 300 Kilometern hat, beträgt diese bereits in der ersten Version von PrSM 500 Kilometer.

Wie das Vorgängersystem wird sie durch Satelliten- und Trägheitsnavigation gelenkt und kann einen hochexplosiven Gefechtskopf oder Submunition tragen. Die Nutzlast wird allerdings mit nur 91 statt 213 bis 247 Kilogramm angegeben. Auch insgesamt dürfte die Masse geringer sein, da der Durchmesser bei gleicher Länge von vier Metern mit 43 statt 61 Zentimetern angegeben wird. Daher kann ein Startbehälter zwei statt einer Rakete aufnehmen.

Lockheed-Martin`s Precision-Strike- Missile PrSM  soll deutlich größere Reichweiten als ATACMS erreichen. (Foto: Lockheed Martin)

PrSM soll künftig 1.000 Kilometer und mehr erreichen

Bereits 2024 wurde PrSM Increment 2, eine ballistische Anti-Schiff-Rakete mit zusätzlichem abbildenden Infrarot- und passivem Radarsuchkopf, höherer Geschwindigkeit und 1.000 Kilometer Reichweite, im scharfen Schuss getestet. Increment 3 soll einen neuen, größeren Gefechtskopf erhalten, während Increment 4 die Reichweite über 1.000 Kilometer hinaus erhöhen soll. Increment 5 soll von künftigen autonomen Startfahrzeugen eingesetzt werden können.

Neben der U.S. Army beschafft auch Australien PrSM und will diese künftig im Inland produzieren. Ein erster Teststart fand im vergangenen Jahr statt. Das U.S. Marine wird das System ebenfalls einsetzen, während eine Lieferung nach Norwegen ablehnt wurde. Interesse besteht zudem in Großbritannien. Die Rakete kann von denselben Startern verwendet werden wie ATACMS, neben HIMARS auch dem M270 MLRS sowie dem von Lockheed Martin und Rheinmetall entwickelten GMARS.

Redaktion/sab