Friedrich Merz sucht am Golf neue Märkte und Investitionen, um Deutschlands Exportabhängigkeit von den USA und Trumps Zollkurs zu mindern. In Saudi-Arabien, den VAE und Katar muss er wirtschaftliche Chancen gegen Menschenrechts- und Sicherheitsrisiken abwägen.

Die Wirtschaft fordert es, US-Präsident Donald Trump befeuert es und der Golf erhofft es. Anfang Februar zog es den deutschen Bundeskanzler in den Nahen Osten, um der schwächelnden deutschen Wirtschaft neue Märkte zu erschließen und sie gleichzeitig vor unkalkulierbaren ökonomischen Entscheidungen aus Washington zu schützen. Diversifizierung der Exportmärkte ist das Motto der Stunde.

Die Golfstaaten mit ihren visionären Führern wird der Ansatz der Bundesregierung freuen. Denn Mohammed bin Salman (kurz MbS), Mohammed bin Zayed Al Nahyan (MbZ) und andere sehen ihre Zukunft in der Abkehr von den fossilen Brennstoffen hin zur zukunftsorientierten Diversifizierung. Die Bundesrepublik wäre ein willkommener Partner. Eine Win-win-Situation für beide Seiten, so scheint es.

Riad, 4. Februar 2026: Bundeskanzler Merz ist in die Golfregion gereist, um die strategischen Partnerschaften mit Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu stärken. In Saudi-Arabien wurde er von Kronprinz Mohammed bin Salman bin Abdulaziz Al Saud empfangen.
Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann

Zwischen Zollschock und Petrodollar: Deutschlands neue Golf-Option

Natürlich gab es viele, auch interne Gründe für die seit Jahren nicht wirklich wachsende deutsche Wirtschaft, als der Christdemokrat Friedrich Merz im Mai letzten Jahres die Regierung übernahm. Angetreten, um das Rückgrat unseres Sozialstaats wieder auf Vordermann zu bringen, machte ihm der unvorhersehbare ökonomische Schlingerkurs des neuen US-Präsidenten und seine Zollpolitik die Arbeit nicht leichter.