Vor 75 Jahren als Bundesgrenzschutz gegründet, war die heutige Bundespolizei zunächst paramilitärische Reserve für Adenauers Verteidigungspläne. Heute ist sie mit rund 45.000 Beamtinnen und Beamten ein unverzichtbarer Baustein eines erweiterten, ganzheitlichen Sicherheitsbegriffs.

Aufgestellt unter der Bezeichnung Bundesgrenzschutz (BGS), bildete der Polizeiverband im Kalten Krieg den später unverzichtbaren personellen Nukleus für die schnelle Aufstellung der Bundeswehr. Der BGS war somit das erste sicherheitspolitische Instrument, das dem unter den komplexen Bedingungen des Besatzungsstatuts und den Entmilitarisierungsbeschlüssen der Potsdamer Konferenz am Ende des Zweiten Weltkrieges agierenden ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer zur Verfügung stand.

Zwei Sonderwagen (SW I) des BGS neben Angehörigen des Bundesgrenzschutz in den damals durchaus noch üblichen „Sumpftarn – Parkas“ (Foto: Nancy Wong / CC BY-SA 4.0)

Adenauer setzt auf den Bundesgrenzschutz

Mit zunächst 10.000 Mann, geführt von dem ehemaligen General der Infanterie Gerhard Matzky, bestand der Personalkörper des Bundesgrenzschutzes vor allem aus Unteroffizieren und Offizieren der Wehrmacht. Adenauer wusste bereits vor seiner Wahl zum Bundeskanzler durch die Lektüre einer geheimen Denkschrift des Generalleutnants a.D. Dr. Hans Speidel, in der dieser im Rahmen des Deutschen Büros für Friedensfragen zu dem Schluss gekommen war, dass eine wirksame Verteidigung Westeuropas ohne Einbeziehung des westdeutschen militärischen Potenzials unmöglich sei. Diese strategische Vorprägung erklärt, warum Adenauer den Bundesgrenzschutz nicht nur als Polizei-, sondern zugleich als frühzeitiges sicherheitspolitisches Instrument und personellen Nukleus für die spätere Bundeswehr anlegen ließ.