Nach Australien erhält nun auch Südkorea Zugang zum exklusiven Kreis der Staaten, die atomgetriebene U-Boote betreiben. Laut einem am 14. November veröffentlichten Informationsblatt zu der Vereinbarung unterstützen die USA den Erwerb von vier Booten, die nuklear angetrieben, aber ausschließlich konventionell bewaffnet sein sollen.

Südkorea strebt seit rund 30 Jahren den Erwerb atomar angetriebener Jagd-U-Boote an. Die jüngst getroffene Vereinbarung markiert eine neue Ära in der US-südkoreanischen Partnerschaft und unterstreicht zugleich das fortgesetzte sicherheitspolitische Engagement der USA im Indopazifik. Aus Seoul heißt es, der militärische Beitrag Südkoreas zur gemeinsamen regionalen Verteidigung solle deutlich ausgebaut werden. Die geplante Einführung nuklear angetriebener Jagd-U-Boote soll die Fähigkeit der südkoreanischen Marine stärken, U-Boote Nordkoreas und Chinas aufzuspüren. Zugleich, so die Erwartung der Regierung, würden erweiterte südkoreanische Fähigkeiten zur Entlastung der USA im Indopazifik beitragen.

Gegenwärtig baut Hanhwa Ocean hochmoderne konventionell angetriebene U-Boote. Hier die im April 2024 an die südkoreanische Marine ausgelieferte ROKS Shin Chae-ho. [Verteidigungsministerium Südkorea.]
Die Vereinbarung ist Bestandteil eines bilateralen Handels- und Sicherheitsabkommens, in dessen Rahmen sich Seoul verpflichtet, 350 Milliarden US-Dollar in die amerikanische Industrie zu investieren, darunter 150 Milliarden US-Dollar in den Schiffbau und 200 Milliarden in andere, strategisch bedeutsame Wirtschaftssektoren. Im Gegenzug senkt Washington die Importzölle auf südkoreanische Waren von 25 auf 15 Prozent.