Sergej Sumlenny, Mitgründer des ukrainischen Drohnenbauers United Unmanned Systems und früherer Projektleiter einer deutschen Stiftung in Kiew, erklärt im Gespräch mit Europäische Sicherheit & Technik, wie FPV-Drohnen das Gefechtsfeld dreidimensional machen und warum die Europäische Union von der Ukraine lernen sollte.

ES&T: Sie haben einige Jahre lang für eine deutsche Stiftung in der Ukraine Projekte zur Stärkung der Zivilgesellschaft verantwortet. Seit 2022 beliefern Sie Fronteinheiten mit Ausrüstung und Drohnen. Wie kam es dazu?

Sumlenny: Da ich über Russland-Expertise verfüge und die russische Weltanschauung gut kenne, war es für mich lange vor Februar 2022 klar, dass es auf eine Großinvasion hinauslaufen würde. Ab 2021 habe ich versucht, dazu beizutragen, dass die militärische Unterstützung für die Ukraine gestärkt wird, um den Krieg zu verhindern. Als dies scheiterte, sah ich nur einen Weg: die ukrainische Verteidigungskapazitäten durch konkrete Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.

ES&T: Wie ging es weiter?

Sumlenny: Die Unterstützung der Ukraine seitens der einfachen Bürgerinnen und Bürger war deutlich größer als durch die Regierung von Olaf Scholz. Daher habe ich das European Resilience Initiative Center (ERIC) gegründet, eine Hilfsorganisation und Thinktank, mit dem wir zunächst Spenden für Hilfsgeräte sammelten. Ziemlich früh war aber klar, dass der effizienteste Outcome die Beschaffung von Drohnen ist, damit das Land sein Territorium verteidigen kann.

ES&T: Um welche Drohnen handelt es sich?