Mit dem neuen Nahbereichsschutzsystem Scilt hat Mehler Protection auf der Enforce TAC einen automatischen Schutzschild (althochdeutsch. Scilt) für Fahrzeuge speziell gegen Drohnen vorgestellt. Scilt ist die letzte Schutzschicht, unabhängig von und ergänzend zu mobilen Luftabwehrsystemen und UAS-Abwehrlösungen auf Einheitsebene.

Struktur und Konfiguration

Aufbau Auf dem Fahrzeug sind Sensoren so verteilt, dass sie Bedrohungen in der gesamten Hemisphäre erfassen. Ebenso sind Effektoren auf dem Fahrzeug verteilt, die im gesamten Gefährdungsbereich wirken können. Über einen Datenbus werden den Bedienern die Sensordaten bereitgestellt und die Effektoren gesteuert. Der Bediener wird vom System durch Eskalationsstufen geführt: von der Erkennung über die Bewertung bis zur Auslöse-Empfehlung (Erkennungsalarm, Annäherungsalarm, Auslösealarm) und erlebt eine schrittweise Verschärfung der Situation, bis der kritische Punkt erreicht ist.

Bei Scilt sind Sensoren und Effektoren sind auf einem Fahrzeug so verteilt, dass sie Bedrohungen rundum erfassen und bekämpfen können. (Foro: Mehler Protection)

Effektoren

Bei den Effektoren setzt Mehler auf soft- und hardkill-Wirkung. Verwendet wird ein Schrotflintenkaliber mit handelsüblicher Munition, von Gummigeschossen über gehärtete Munition, Wolframkarbid-Fragmente und panzerbrechende Varianten. Das Spektrum ermöglicht eine gefährdungsgerechte Auswahl je nach Szenario.

Eine typische Konfiguration auf einem Kleinfahrzeug kann mit einem Gewicht von etwa 180 Kilogramm veranschlagt werden.

Bei den umfangreichen Systemtests hat Mehler verschiedene Munitionssorten wie Magnum-Schrot mit 3,6-Millimeter-Kugeln untersucht und ausreichende Wirkung bei Drohnen nachgewiesen.

Um die Wirkung zu steuern, kann Scilt durch Ausblenden von Sektoren so konfiguriert werden, dass eigene Truppen oder Zivilbevölkerung in urbaner Umgebung in der Nähe durch Effektoren nicht gefährdet werden.

Man-in-the-loop

In jeder Lage hat der Bediener die Entscheidung über das Auslösen des Effektors (man-in-the-loop). Um die Auslösegeschwindigkeit zu erhöhen, können Teile des Prozesses automatisiert werden. Eine vollständige Automatisierung steht auf der Agenda, sobald Technologie, Verfahren und Genehmigungsprozesse dies unterstützen. Deshalb bleibt die menschliche Entscheidung vorerst zentral.

Gerhard Heiming