Die Verteidigungsminister der Group of Five mit der Hohen Vertreterin der EU, Kaja Kallas (links), und der stellvertretende NATO-Generalsekretärin, Radmila Schekerinska (rechts). (Foto: MoD Polen)

Bei ihrem Treffen am 20. Februar in Krakau hat die Group of Five (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen) die LEAP Initiative (Low-Cost Effectors & Autonomous Platforms) gestartet. In der Gemeinsamen Erklärung haben die Teilnehmer vereinbart, die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Beschaffung kostengünstiger Effektoren und autonomer Plattformen zur Erzielung militärischer Wirkung zu intensivieren. Neben der Zusammenarbeit bei traditionellen Waffensystemen werde dies unsere kollektive Sicherheit innerhalb des Bündnisses verbessern, zur Erfüllung der NATO-Fähigkeitsanforderungen beitragen und die europäische Zusammenarbeit im Hinblick auf eine stärkere Lastenteilung unter den Verbündeten stärken. Die Entwicklung moderner, skalierbarer und kosteneffizienter Waffensysteme soll eine Antwort auf den sich rasch wandelnden Charakter moderner bewaffneter Konflikte darstellen.

Die Verteidigungsminister der Group of Five mit der Hohen Vertreterin der EU, Kaja Kallas (links), und der stellvertretende NATO-Generalsekretärin, Radmila Schekerinska (rechts). (Foto: MoD Polen)

Erste LEAP-Projekte 2027

Im Rahmen von LEAP werden fortschrittliche kostengünstige Luftabwehrsysteme – wie autonome Drohnen oder Raketen – entwickelt, deren erstes Projekt bis 2027 fertiggestellt sein soll, schreibt das britische Verteidigungsministerium. Dies biete eine einmalige Gelegenheit, die europäischen Verteidigungsfinanzen, Führungsqualitäten, KI und Autonomie zu nutzen. Der erste Schwerpunkt werde auf einer neuen Boden-Luft-Waffe liegen – einer leichten, kostengünstigen Waffe, die zur Abwehr der Bedrohung durch Drohnen und Raketen entwickelt wurde.

Anstelle langwieriger Entwicklungszyklen und inspiriert von den Innovationen der Ukraine auf dem Schlachtfeld wird das Programm Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit in den Vordergrund stellen. LEAP wird Vorschläge von großen Rüstungsunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen einholen.

Nutzen der Erfahrungen aus der Ukraine

Nach der Konferenz betonte Verteidigungsminister Boris Pistorius die wichtige Rolle der neuen Initiative LEAP. Die Idee sei, einfach ausgedrückt: Wir wollen innovative Systeme, insbesondere zur Verteidigung gegen Drohnen, schnell und preiswert entwickeln. Und dann ebenso schnell in hoher Zahl produzieren. Das ist von zentraler Bedeutung.  „Und dabei werden wir natürlich auch von den Erfahrungen unserer ukrainischen Partner lernen und profitieren, die unsere ukrainischen Freunde auf dem Gefechtsfeld jeden Tag machen“, so Pistorius weiter.

Für das nächste Treffen, das in Frankreich stattfinden soll, haben die Rüstungs- und Fähigkeitsdirektoren den Auftrag, die kritischen Fähigkeiten zu definieren und Vorschläge für das weitere Vorgehen vorzulegen.

Gerhard Heiming