Der Hauptauftragnehmer General Dynamics European Land Systems (GDELS) hat Rheinmetall mit der Lieferung des Mittelkaliber-Turm CT-025, der Maschinenkanone Oerlikon KBA 25 sowie moderne Simulatoren beauftragt. Einer Rheinmetall-Mitteilung vom 20. Februar zufolge hat der Auftrag einen Wert im dreistelligen Millionen Euro-Bereich.
Am 20. Oktober 2025 haben das Beschaffungsamt der Bundeswehr und der Luchs 2-Hersteller GDELS den Abschluss des Vertrages zur Entwicklung und Lieferung von 274 Spähfahrzeugen der Neuen Generation (SpähFz NG) bekanntgegeben. Fünf Tage vorher hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die entsprechende 25-Millionen-Euro-Vorlage gebilligt und 3,5 Milliarden Euro für das Projekt freigegeben.
Nachdem GDELS im Dezember 2025 Hensoldt Optronics mit der Lieferung von Sensortechnik und dem Missionssystem Ceretron im Wert von knapp einer Millionen Euro beauftragt hatte und das Fraunhofer Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE zusammen mit der IABG als Prüfinstanz in Stellung gebracht haben, wurde jetzt der Auftrag an Rheinmetall vergeben.

Unbemanntes Turmsystem CT-025
Rheinmetall hat den CT-025 vor dem Hintergrund des Spähfahrzeugs NG entwickelt und entsprechend den spezifischen Anforderungen der Bundeswehr modifiziert. In dem ersten Großauftrag für dieses modulare, unbemannte Turmsystem liefert das Unternehmen 274 Türme bis 2031. Der Turm erhält durch modernste Sensorik und digitale Vernetzung seine besondere Stärke: Ein stabilisiertes Sichtsystem ermöglicht die präzise Bekämpfung von Boden- und Luftzielen – einschließlich Drohnen (UAS). Die vollständig digitalisierte Feuerleitanlage mit inertialer Waffenstabilisierung, Ballistikrechner und GVA/NGVA-kompatiblen Schnittstellen sorgt für höchste Zielgenauigkeit – auch während der Bewegung. In der Bundeswehr-Version des CT-025 ermöglicht eine Turmluke das Führen über Luke bei ballistischem Schutz. Über die Rheinmetall Battlesuite können Funktionen wie KI-gestützte Zielverfolgung oder missionsspezifische Software-Upgrades ohne Hardwareanpassungen schnell und flexibel eingebunden werden.

25mm-Maschinenkanone Oerlikon KBA 25
Hauptwaffe des Luchs 2 ist die bewährte 25mm-Maschinenkanone Oerlikon KBA 25, die von Rheinmetall meistproduzierte Waffe im NATO-Standardkaliber 25 mm x 137. Sie wird über einen eigenen Vertrag beschafft, für den der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages knapp 100 Millionen Euro bereitgestellt hat. Mit drei Feuermodi (Einzelschuss, Schnelles Einzelfeuer/175 Schuss pro Minute und Feuerstoß /600 Schuss pro Minute) können Gegner auf bis zu 2.500 Meter Entfernung lagegerecht bekämpft werden. Doppelgurtzuführung ermöglicht schnelles Wechseln der Munitionssorte. Die breite Palette an 25 mm x 137 Munitionstypen bietet eine hohe Wirksamkeit gegen ein großes Zielspektrum. Sie kann die Panzerung der meisten modernen Schützenpanzer durchdringen. Mit einer Kadenz von 600 Schuss pro Minute – der höchsten in ihrer Kategorie – und dank der neuen 25 mm x 137-Annäherungszünder-Munitionstechnologie bietet sie außerdem einen wirksamen Schutz gegen Drohnen.

Ausbildungsgeräte Gefechtssimulation für den Fahrzeuggebundenen Spähtrupp (AGFS)
Für die Ausbildung der Spähtrupps stellt Rheinmetall sechs Ausbildungsgeräte Gefechtssimulation für den Fahrzeuggebundenen Spähtrupp (AGFS) bereit. Damit ist eine umgebungsunabhängige (Wetter, Gelände, Tageszeit) Ausbildung möglich ohne die wertvollen Spähfahrzeuge nutzen zu müssen.
Das AGFS bildet als hochrealistischer Simulator das Gefechtsfeld ab. Durch die präzise Nachbildung wesentlicher Elemente wie Fahrzeuglogik, Sensorik und Ballistik wird eine besonders realitätsnahe Ausbildung ermöglicht – „Train as you fight“ steht im Zentrum der Konzeption. Die AGFS werden so konzipiert, dass eine Vernetzung mit anderen AGFS oder anderen kompatiblen Simulatoren möglich ist. Rheinmetall entwickelt das AGFS auf der gleichen technologischen Basis wie die bereits unter Vertrag genommenen Schieß- und Gefechtssimulatoren für den Schützenpanzer Puma, den Schweren Waffenträger und den Radschützenpanzer Schakal.
Das Referenzsystem des AGFS soll Mitte 2028 ausgeliefert werden und später auf den gleichen Stand wie die fünf Seriengeräte hochgerüstet werden.
Zudem liefert Rheinmetall die Luchs-Variante des etablierten Ausbildungsgeräts Duellsimulator (AGDUS), das bei Übungen das laserbasierte Gefecht unter Nutzung originärer Anzeige- und Bedienelemente ermöglicht. AGDUS wird unter anderem bei Großübungen im Gefechtsübungszentrum des Heeres in allen Operationsarten genutzt.
Gerhard Heiming



















