Wie das Verteidigungsministerium in London am 14. Februar ankündigt, wird die Trägerkampfgruppe der Royal Navy rund um die „HMS Prince of Wales“ (R09) in diesem Jahr im Rahmen der mehrmonatigen „Operation Firecrest“ in Richtung Nordatlantik und Arktis auslaufen. Operationsgebiet dieses Verbandes in 2025 war der Indo-Pazifik („Operation Highmast “) gewesen.
Die künftige Verlegung in den Hohen Norden, so das Ministry of Defence, sei eine „machtvolle ‚Show of Force‘ der Royal Navy-Kriegsschiffe mit ihren F-35-Kampfflugzeugen und Hubschraubern, um eine russische Aggression abzuschrecken und um vitale Unterwasser-Infrastruktur zu schützen.“ Dabei wird auf den Umstand verwiesen, dass es innerhalb der vergangenen zwei Jahre eine Zunahme um 30 Prozent von bedrohlichen Aktivitäten russischer Marineschiffe allein rund um britische Gewässer gegeben habe.

(Foto: Royal Navy)
USA
Mit dem Hinweis auf „zunehmende Sorgen über russische Operationen auf der Linie Grönland-Island-Vereinigtes Königreich“ übernimmt zwar die britische Regierung das entsprechende Narrativ der Trump-Administration. Sie will aber zumindest offiziell die „Operation Firecrest“ nicht als Antwort auf amerikanische Gebietsansprüche in der arktischen Region verstanden wissen.
Stattdessen wird für die geplante Mission der Trägerkampfgruppe ausdrücklich auf die enge Zusammenarbeit mit den USA verwiesen. So sollen beide Seestreitkräfte „Seite an Seite“ entlang der nordamerikanischen Ostküste üben. Auch stehe ein Hafenbesuch in den Vereinigten Staaten auf dem Programm. Vom Flugdeck der „Prince of Wales“ würden – wie schon in der Vergangenheit – auch US-Kampfflugzeuge operieren.

Foto: Royal Navy
NATO
Gleichzeitig versteht sich die „Operation Firecrest“ als eng auf die NATO abgestimmt. So soll die britische Trägerkampfgruppe sich an der Mission „Arctic Sentry“ beteiligen, welche die Atlantische Allianz am 13. Februar für zunächst ein Jahr zur Sicherung der arktischen Schiffsrouten und zum Schutz der nördlichen Bündnispartner gestartet hat.
Außerdem wird der britische Verband mit der Standing NATO Maritime Group One (SNMG1) zusammen üben und diese zeitweise führen. Dabei soll der Lenkwaffenzerstörer „HMS Dragon” (D35) in 2026 als SNMG1-Kommandoschiff dienen. Erstmalig werde auch das 2019 im US-Bundesstaat Virginia aufgestellte Joint Force Command (JFC) Norfolk des Nordatlantischen Bündnisses von einem britischen Offizier kommandiert.
Gerd Portugall







