Das Marineleichtgeschütz Seasnake wird die Hauptbewaffnung der neuen Schnellbote (Combat Boat 90) der schwedischen Marine. Die schwedischen Streitkräfte haben Rheinmetall mit der Lieferung von acht Waffensystemen Seasnake 30 beauftragt, wie das Unternehmen am 17. Februar mitgeteilt hat. Dieser erste Abruf aus einem Rahmenvertrag habe ein Volumen von 63 Millionen Euro, heißt es in der Mitteilung. Das erste System soll bis Februar 2028 ausgeliefert sein.

In dem Rahmenvertrag ist auch die Lieferung von Airburst-Munition sowie Übungsmunition im Kaliber 30 mm über eine Laufzeit von vier Jahren vereinbart. Hinzu kommen Ersatzteile und Serviceleistungen. Optional besteht die Aussicht auf die Lieferung weitere 29 Seasnake Waffensysteme.

Das Waffensystem Seasnake 30 ist mit Airburst-Fähigkeit für die Bekämpfung von Drohnen besonders geeignet. (Foto: Rheinmetall)

Seasnake auch für die Abwehr von Drohnen

Nach der Beschreibung von Rheinmetall ist die Seasnake 30 ein fernbedienbares Marineleichtgeschütz der neuesten Generation und dient der Nahbereichsverteidigung. Zum System gehören neben der Waffe moderne Tageslichtkameras, Infrarotsensoren sowie ein Laserentfernungsmesser. Es verfüge über eine automatische Zielerkennung sowie die Fähigkeit zur gleichzeitigen Verfolgung mehrerer Ziele. Die nominale maximale Feuerrate der Revolverkanone beträgt 1.100 Schuss pro Minute. Die geringe Silhouette und das kompakte Stealth-Design erschweren zudem die Detektion des Systems durch gegnerische Sensoren.

Bei der Abwehr von Drohnen kann die Seasnake 30 die integrierte Airburst-Fähigkeit ausspielen. Die Munition zerlegt sich am gemessenen Zielpunkt und zerstört die Drohne durch eine Splitterkegel.

Nutzung in Brasilien, Schweden und Deutschland

Für Rheinmetall ist Beschaffung durch das NATO-Mitglied Schweden ein wichtiger Markterfolg. Bisher war die Seasnake nur für die brasilianischen Fregatten der Tamandaré-Klasse vorgesehen. Varianten des Waffensystems sollen Teil der Bewaffnung der neuen F126-Fregatten für die Deutsche Marine werden.

Gerhard Heiming