Die Technische Universität München (TUM) und die Universität der Bundeswehr München (UniBw M) haben gemeinsam mit Industriepartnern, Start-ups, den TUM Venture Labs und Akteuren des öffentlichen Sektors die „TUM Security and Defense Alliance“ als strategischen, interdisziplinären Innovationshub für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien gegründet. Das sei ein starkes Zeichen für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit sowie technologische Souveränität, schreibt die TUM in einer Mitteilung vom 9. Februar.

Start der TUM Security and Defense Alliance – (in der Mitte, sitzend, v.l. Prof. Thomas F. Hofmann (TUM), Markus Blume (Wissenschaftsminister Bayern, Prof. Eva-Maria Kern ( UniBw M) (Foto: TUM Andreas Heddergott)

Der Großraum München zählt der TUM zufolge zu den bedeutendsten Standorten in Europa für Forschung, Innovation, Entwicklung und Industrie in der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft. Ziel der Allianz sei es, die bestehenden und entstehenden Kompetenzzentren in diesem Ballungsraum miteinander zu verbinden und systematisch zu stärken.

Partner der TUM Security and Defense Alliance

  • Technische Universität München
  • Universität der Bundeswehr München:
  • Airbus Defence and Space GmbH
  • Diehl Defence GmbH & Co. KG
  • Helsing Germany GmbH
  • Hensoldt AG
  • Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH
  • Isar Aerospace SE
  • MBDA Deutschland GmbH
  • MTU Aero Engines AG
  • Neuraspace
  • Quantum-Systems GmbH
  • Resaro Europe GmbH
  • Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG
  • SAP SE
  • TUM Venture Lab Aerospace / Defense
  • TYTAN Technologies GmbH

Zur Koordinatorin der TUM Security and Defense Alliance wurde Prof. Chiara Manfletti vom Lehrstuhl für Raumfahrtantriebe und Mobilität an der TUM bestimmt, die auf das bestehende Netzwerk im Bereich Defense hinwies. „Mit der neu gegründeten Allianz schaffen wir eine Struktur, die die wichtigsten Akteure an einen Tisch bringt. Diese Plattform wird die Grundlage für eine systematische Stärkung der Forschung, Entwicklung und Umsetzung“, so Manfletti wörtlich.

„Wer den Frieden sichern will, muss ihn verteidigen können“, sagte Prof. Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM. „Zu dieser Aussage stehen wir und schaffen mit der TUM Security and Defense Alliance ein Innovationsökosystem für mehr europäische Sicherheit. Die Allianz soll Spitzenforschung und marktfähige Innovationen verantwortungsvoll und effizient in einsatzfähige Fähigkeiten überführen, die der Abschreckung, Krisenprävention, Stabilisierung und Friedenssicherung dienen.“

Prof. Eva-Maria Kern, Präsidentin der UniBw M, sagte: „Als Universität der Bundeswehr München stehen wir für ausgewiesene Expertise in der Sicherheits- und Verteidigungsforschung. Durch die TUM Security and Defense Alliance können wir gemeinsam mit starken Partnern Kompetenzen bündeln und Wissen zur Wirkung bringen: für ein freies, sicheres und resilientes Europa.“

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume sagte: „Die TUM rüstet auf. Mit der Security and Defense Alliance macht sie den Freistaat zur technologischen Kommandozentrale für Europas Sicherheit. In einer wegweisenden Allianz der Willigen versammelt sich hier alles, was beim Thema Sicherheit Rang und Namen hat.“  Abschreckung gelinge nicht mit langwierigen Grundsatzdebatten über Zivilklauseln, so Blume weiter. Unsere Hochschulen müssen sicherheitsrelevante Fragen beantworten – Dual-Use sei ein Gebot unserer Zeit. In Zeiten hybrider Hightech-Kriege sei Mut zur Innovation entscheidender Faktor. Es gelte das Prinzip: Hightech schützt Heimat.

Kernziele der TUM Security and Defense Alliance

Die TUM Security and Defense Alliance verfolgt der Mitteilung zufolge sechs sich ergänzende Kernziele:

  • Bündelung von Exzellenz,
  • Fähigkeitsorientierte Forschung,
  • Forschungsinfrastruktur und Testumgebungen,
  • Lehre, Weiterbildung und Talententwicklung,
  • Innovation und Start-up-Förderung,
  • Nationale und internationale Vernetzung

Hensoldt erweitert Kooperation

Als einer der Industriepartner hat Hensoldt auf die laufende Kooperationsvereinbarung mit dem TUM Venture Lab Aerospace/Defense verwiesen. Mit dem Ausbau dieser Partnerschaft bekräftige das Unternehmen sein Engagement, den Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Start-ups und Industrie weiter zu fördern. Als industrieller Partner ermögliche Hensoldt wertvolle Einblicke in Prozesse und definiere realitätsnahe Anwendungsfälle und Fähigkeitsbedarfe. Der regelmäßige Austausch in Gremien und Arbeitsgruppen werde beiden Partnern neue Blickwinkel eröffnen, Synergien schaffen und den Weg für künftige gemeinsame Forschungsprojekte und die Durchführung von Verbundprojekten ebnen.

„Die Zusammenarbeit mit der TUM Security and Defense Alliance ist eine perfekte Ergänzung unserer Rolle als Partner des TUM Venture Lab Aerospace/Defense, bei dem der Fokus auf der Förderung von Start-ups und möglichen Beteiligungen liegt – ein weiterer Schritt für Hensoldt, um seine Innovationskraft in neuen, schnell wachsenden Bereichen wie etwa Software-Defined Defence auszubauen“, sagte Christian Schmidt, Chief Strategy Officer von Hensoldt.

Gerhard Heiming