TKMS und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) haben am Dienstag einen Vorvertrag für das Projekt MEKO A-200 DEU unterzeichnet. Mit dem Vertragsschluss beginnen die vorbereitenden Maßnahmen für den Bau von mindestens drei, möglicherweise bis zu acht Fregatten der bewährten MEKO-A-200-Klasse in einer für die Deutsche Marine spezifizierten Konfiguration.

Vorvertrag sichert Liefertermine ab

Der Vorvertrag umfasst zunächst bis zu 50 Millionen Euro für Beschaffungen und Arbeiten bis Ende März 2026, mit der Option auf schrittweise Verlängerung bis Ende April (zusätzliche 100 Millionen Euro). „Mit dem Vorvertrag wird die Grundlage für den unmittelbaren Projekthochlauf geschaffen. Der Vertrag ermöglicht uns insbesondere die Materialbeschaffung sowie den Beginn sofortiger Stahlarbeiten auf der Bauwerft“, erklärte Dr. Oliver Juckenhöfel, Executive Vice President Surface Vessels bei TKMS.

Ziel ist die Auslieferung des ersten Schiffes bis Ende 2029, gefolgt von weiteren Einheiten im Abstand von weniger als zwölf Monaten. Ein offizieller Bauvertrag steht noch aus. Die finale Entscheidung wird bis Ende April 2026 erwartet und steht im Zusammenhang mit der Zukunft des verzögerten F-126-Programms.

Mit einem geschätzten Stückpreis von rund 1 Milliarde Euro pro Einheit ist die MEKO A-200 DEU kostengünstiger als die F 126 (ca. 1,5–2 Milliarden Euro pro Schiff). Sollte das F-126-Programm scheitern, könnten bis zu acht MEKO-Fregatten beschafft werden.

Der Haushaltsausschuss hat für eine mögliche alternative Plattform zur Fregatte 126 einen finanziellen Rahmen von rund 7,8 Milliarden Euro im Verteidigungshaushalt 2026 und im Sondervermögen Bundeswehr vorgesehen. Die Mittel sind qualifiziert gesperrt und können – je nach Verlauf des F‑126‑Programms – für eine Alternativlösung wie die MEKO A‑200 genutzt werden; rechnerisch ließe sich damit die Beschaffung von bis zu acht Fregatten in der Größenordnung von rund einer Milliarde Euro pro Einheit abdecken.

Das Typschiff der vier Fregatten der MEKO A200 für die Marine der arabischen Republik von Ägypten wurde wie die beiden in Deutschland erstellten Schwesterschiffe nach einer Rekordbauzeit an den Kunden übergeben. Die Ablieferung des ersten Schiffes erfolgte im Oktober 2022. Foto: Michael Nitz / Naval Press Service

Technische Plattform: Bewährtes Design mit deutscher Konfiguration

Die MEKO A-200 DEU basiert auf der weltweit exportierten MEKO-A-200-Plattform, die TKMS bereits an Südafrika, Algerien und Ägypten geliefert hat. Die deutsche Ausführung wird jedoch mit nationalen und europäischen Sensoren, Waffen und Führungssystemen ausgestattet, mit besonderem Schwerpunkt auf U-Boot-Jagd-Fähigkeiten (ASW – Anti-Submarine Warfare). Die exakte Systemkonfiguration der MEKO A-200 DEU ist noch nicht im Detail freigegeben.

Plattformdaten

  • Länge: ca. 121 m
  • Breite: ca. 16,3–16,4 m
  • Tiefgang: ca. 4,4 m
  • Verdrängung: ca. 3.700–3.950 t voll beladen (deutlich kleiner als die F 126 mit ca. 10.000 t)
  • Besatzung: 120–150 Personen (Kernbesatzung), Unterbringung für bis zu 180–200 Personen

Die Unterzeichnung des Vorvertrags markiert den offiziellen Projektstart. TKMS kann nun Langläuferteile bestellen, Werftkapazitäten reservieren und erste Stahlarbeiten vorbereiten – entscheidende Schritte, um den ehrgeizigen Liefertermin Ende 2029 zu halten.

Hans-Uwe Mergener