Europa will seine Luftkampffähigkeiten weiterentwickeln. Dafür ist Ende 2025 das Projekt BEAST gestartet. BEAST steht für „Boosting European Advanced Missile System Technology“. Ziel ist es, gemeinsam einen neuen, modernen Kurzstrecken-Flugkörper zu entwickeln, der in den 2030er Jahren eingesetzt werden kann.

Das Projekt wird von Diehl Defence koordiniert. Das Unternehmen hat viel Erfahrung mit Lenkflugkörpern, zum Beispiel aus dem IRIS-T-Programm. Insgesamt arbeiten 21 Partner aus 12 europäischen Ländern zusammen. Dazu gehören große Firmen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen.

Die Auftaktveranstaltung fand im November 2025 in Brüssel statt. Dort kamen Vertreter aus Industrie, EU-Behörden und beteiligten Staaten zusammen. Das zeigt, wie wichtig das Projekt für Europa ist.

BEAST soll die Grundlage für einen modularen Flugkörper schaffen. Das bedeutet: Einzelne Teile können je nach Aufgabe angepasst werden. So kann derselbe Grundtyp später für verschiedene Einsätze genutzt werden, zum Beispiel für Luft-Luft, Luft-Boden oder Luftverteidigung vom Boden aus. Das spart Zeit und Kosten.

Ein weiteres Ziel ist, unabhängig von außereuropäischen Vorgaben zu werden. Der neue Flugkörper soll ITAR-frei sein, also ohne US-Exportbeschränkungen auskommen.

Drei Phasen bis zum Konzept

Das Projekt ist in drei Schritte aufgeteilt: Zuerst wird untersucht, wie zukünftige Luftkämpfe aussehen könnten und welche Anforderungen es gibt. Danach werden wichtige Schlüsseltechnologien vorbereitet. Im letzten Schritt entstehen konkrete Flugkörper-Konzepte, aus denen die besten ausgewählt werden.

BEAST wird vom Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) mit rund 35 Millionen Euro unterstützt. Mit dem Projekt will Europa seine technologische Eigenständigkeit stärken und die Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie ausbauen.

Der Start von BEAST gilt als wichtiger Schritt, um Europas Luftstreitkräfte langfristig modern und leistungsfähig aufzustellen.

ck