
Wehrfähigkeit: Wie mehr Resilienz in den Lieferketten entsteht
Otto Geißler
Seltene Erden, Halbleiter, Hightech-Komponenten: Militärische Leistungsfähigkeit hängt heute stärker denn je von internationalen Lieferketten ab. Ein Ausfall oder politisch motivierter Lieferstopp kann die Einsatzfähigkeit massiv gefährden. Welche Strategien zur Absicherung, Diversifizierung und Lokalisierung von Lieferketten sind zu identifizieren, trifft genau den Nerv der aktuellen geopolitischen Debatte.
Noch vor zwei Jahrzehnten galt die Globalisierung als Garant für Effizienz, niedrige Preise und vor allem für eine stabile Versorgung. Heute hat sich das Bild grundlegend gewandelt.
Lieferketten als Sicherheitsrisiko
In globalen Lieferketten treten zunehmend strategische Abhängigkeiten zutage, die selbst starke Volkswirtschaften verletzlich erscheinen lassen. Der Ukrainekrieg, Spannungen in der Taiwanstraße, Embargos gegen Hightech-Exporte und die wachsende Rivalität zwischen China und dem Westen zeigen, wie schnell zivile und militärische Lieferketten politisiert werden können.
Für die Verteidigungsindustrie hat diese Entwicklung dramatische Folgen. Moderne Waffensysteme basieren auf Komponenten, deren Wertschöpfung über zahlreiche Länder verteilt ist: Mikroelektronik aus Taiwan, Spezialmetalle aus China, optische Präzisionsteile aus Japan, Hochleistungssoftware aus den USA. Die Liste ist lang. Fällt nur ein Glied dieser Kette aus, drohen Produktionsstopps, Verzögerungen oder teure Neuentwicklungen. Und anders als in zivilen Branchen ist der Schaden nicht nur wirtschaftlicher, sondern vor allem auch sicherheitspolitischer Art.

Foto: Pixabay
Kritische Abhängigkeiten
Kaum ein Bereich zeigt beispielsweise die Verwundbarkeit der Verteidigungsindustrie so deutlich wie der Markt für Seltene Erden. Rund 90 Prozent der weltweiten Raffinierungskapazitäten liegen in China. Ohne diese Stoffe funktionieren keine Hochleistungsmagnete in Radar- oder Antriebssystemen, keine Sensoren, keine präzisen Steuerungseinheiten. Halbleiter sind ein weiterer neuralgischer Punkt. Ein Großteil der modernsten Chips kommt aus Taiwan, einer Region, die geopolitisch im Zentrum globaler Spannungen steht.
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