Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) ist mit einem starken Kursplus an der Börse in Amsterdam gestartet. Die Aktie legte am ersten Handelstag zeitweise um mehr als 30 Prozent zu und bewertete das Unternehmen mit rund 35 Milliarden US-Dollar. Damit gehört der Börsengang zu den erfolgreichsten Verteidigungs-IPOs bislang in Europa.
CSG brachte im Rahmen des Börsengangs Aktien zu einem Preis von 25 Euro je Aktie an den Markt. Insgesamt wurden bis zu 152 Millionen Aktien platziert. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf bis zu 3,8 Milliarden Euro und ist damit die bislang größte Börsennotierung eines Rüstungsunternehmens.

Bereits zum Handelsstart sprangen die Aktien deutlich nach oben. Zum Handelsschluss notierten sie bei knapp 33 Euro. Die Marktkapitalisierung stieg dadurch auf rund 33 Milliarden Euro und liegt damit sogar über der des größten börsennotierten Unternehmens Tschechiens, des Energieversorgers CEZ.
Große Investoren wie BlackRock, Artisan Partners und ein Fonds der Qatar Investment Authority beteiligten sich als sogenannte Ankerinvestoren. Für 2026 rechnet CSG mit einem Umsatz von bis zu 7,6 Milliarden Euro und plant ab 2027 eine Dividende von 30 bis 40 Prozent des Nettogewinns.
Verteidigungsausgaben treiben Anlegerinteresse
Der Börsengang fällt in eine Phase stark steigender Verteidigungsausgaben in Europa. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine investieren viele Staaten deutlich mehr in ihre Streitkräfte. Entsprechend hoch ist das Interesse der Anleger an Rüstungsunternehmen. Europäische Verteidigungsaktien erreichten zuletzt neue Höchststände.
CSG profitiert von dieser Entwicklung besonders stark. Das Unternehmen zählt zu den am schnellsten wachsenden Rüstungskonzernen weltweit. Zu den wichtigsten Kunden gehören unter anderem die Ukraine sowie NATO-Staaten. CSG produziert Munition verschiedener Kaliber, schwere Landsysteme und Radartechnik.
Wachstum, Übernahmen und ehrgeizige Ziele
Ein Teil der Erlöse aus dem Börsengang fließt direkt an den Gründer und Eigentümer Michael Strnad, der knapp drei Milliarden Euro erlöst. Der übrige Teil steht dem Unternehmen zur Verfügung. Strnad erklärte, der Börsengang solle auch helfen, Aktien künftig als „Währung“ für weitere Übernahmen zu nutzen. Erst 2024 hatte CSG den US-Munitionshersteller Kinetic für rund 2,2 Milliarden US-Dollar übernommen.
ck








