Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens geht 2026 an die NATO. Ihr Generalsekretär Mark Rutte wird den Preis stellvertretend für die transatlantische Verteidigungsallianz in Münster entgegennehmen. Aus Sicht von EU-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sollte Rutte sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden.
„Er hätte ihn verdient“, sagte Strack-Zimmermann auf einer Tagung des „Handelsblatt“ zu Sicherheit und Verteidigung. Was Rutte seit seinem Antritt im Oktober 2024 erreicht habe, liege „in unserem Interesse und ist hochrelevant“.
Strack-Zimmermann: „Sonst fliegt uns die NATO auseinander“
Der Niederländer sieht sich häufig Kritik ausgesetzt, weil er gegenüber US-Präsident Donald Trump unterwürfig auftrete. Rutte hatte Trump eine SMS gesendet, in der er den US-Präsidenten in höchsten Tönen lobt. Trump wiederum teilte die persönliche Nachricht auf der Plattform „Truth Social“, um zu zeigen, wie ehrerbietig ihm die westliche Welt im Zwiegespräch angeblich gegenübertritt.
Strack-Zimmermann findet die Herangehensweise des NATO-Generalsekretärs nicht nur gerechtfertigt, sondern diplomatisch hochgradig versiert. „Wenn Rutte es nicht so machen würde und die NATO fliegt uns auseinander, dann haben wir ein ganz anderes Problem“, sagte die FDP-Politikerin auf der Tagung in Berlin. „Da wäre das, über was wir jetzt sprechen, Kindergarten.“
Rutte habe Trump „Dinge als neu verkauft, die gar nicht neu sind“
Die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses, die sonst wenig von Appeasement-Politik hält, bescheinigte Rutte einen erfolgreichen Umgang mit dem Antidiplomaten Trump. „Die Tatsache, dass er (Trump, Anm. d. Red.) jetzt in Grönland nicht vom Baum, sondern von der Eisplatte geklettert ist, hat auch was damit zu tun, dass Mark Rutte ihm Dinge als neu verkauft hat, die eigentlich gar nicht neu sind“, erklärte Strack-Zimmermann. So könnten die Amerikaner bereits seit 1951 militärisch auf Grönland „tun, was sie wollen“.
Vor diesem Hintergrund seien die Kommentare und „das Bashing“ gegen Rutte „völlig deplatziert“. Strack-Zimmermann höre auch in Brüssel, „der sei schleimig“. Dabei ignorierten Kritiker die Motive des ehemaligen niederländischen Ministerpräsidenten: dass er sich gegenüber einem außer Kontrolle geratenen US-Präsidenten eben nur so verhalten könne. „Wir haben es ja mit einem US-Präsidenten zu tun, der, ich sag mal, out of control ist und eben auch auf Mechanismen reagiert, die für uns ungewöhnlich sind.“
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