Das für NH90-Piloten eingeführte TopOwl Digital Display-Helmsystem wird mit fortschrittlichen Funktionen und Fähigkeiten weiterentwickelt. Bei einem Pressebriefing am 13. Januar hat Thales über den Entwicklungsvertrag berichtet, den die NATO Helicopter Management Agency (NAHEMA) Ende 2025 erteilt hat. Der Auftrag steht im Zusammenhang mit der spanischen Bestellung von 31 NH90 im Dezember 2025.

Strategische Partnerschaft für TopOwl DD

Bei der Entwicklung arbeitet Thales mit dem NH90-Hersteller NHIndustries, dem Joint Venture von Airbus Helicopters, Leonardo Helicopters und Fokker, und dem Optronik-Hersteller Safran zusammen. Die Leistungsanforderungen kommen von der französischen Direction Générale de l’Armement (DGA) und der spanischen Dirección General de Armements y Material (DGAM).

Dieser Vertrag stellt eine strategische Partnerschaft dar und unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen Thales, der DGA und NAHEMA, um den Streitkräften fortschrittliche Technologien zur Verfügung zu stellen, die auf die komplexen Anforderungen moderner Einsätze zugeschnitten sind.

„Mit der Entscheidung für den TopOwl DD bestätigt die NAHEMA die führende Rolle dieses Helms, der von Hubschrauberbesatzungen für die Verbesserung der Einsatzleistung und Sicherheit geschätzt wird“, so Florent Chauvancy, Vice President of Flight Avionics bei Thales.

In das Helmsystem TopOwl DD werden hochaufgelöste Tag-/Nacht-Videobilder von Missionskameras, darunter Safrans Eurofl’Eye, mit Augmented Reality und räumlichen Warnmeldungen dargestellt. (Foto: Thales Eric Raz)

TopOwl DD integriert Tag-/Nachtsicht und Augmented Reality

Das von Thales entwickelte Helmsystem TopOwl DD integriert nach Angabe des Unternehmens hochauflösende Videobilder von Missionskameras, darunter Safrans Eurofl’Eye, mit Augmented Reality und räumlichen Warnmeldungen, um das Situationsbewusstsein zu verbessern und die Arbeitsbelastung der Piloten zu verringern.

Eurofl’Eye ermöglicht dem NH90-Piloten selbst unter schwierigsten Flugbedingungen (bei Nacht, Staub oder Nebel) eine panoramische und detaillierte Sicht auf ihre Umgebung. Das System kombiniert Bilder von sechs Infrarotkameras mit großem Sichtfeld und liefert ein in Echtzeit auf den Piloten ausgerichtetes Bild direkt an das von Thales entwickelte Helmdisplay TopOwl.

TopOwl unterstützt die sichere Missionserfüllung

Die Informationen werden in das Gesichtsfeld des Piloten eingespiegelt. Gleichzeitig kann der Pilot durch das Visier die Umgebung – auch die Instrumente – im Original sehen. Er sieht seinen Fokus im Gelände und den seines Copiloten, mit dem er die Line-of-Sight teilen kann.

Seine Stärken spielt TopOwl DD besonders bei Tag und in schwierigen Situationen wie Staubwolken, Nebel, Schnee oder extrem dunklen Nächten aus. Dann bietet die Synthese von Geländesicht mit Daten von Missions- und Flugsensoren und -kameras sowie Lichtverstärkerröhren dem Piloten die Informationen, die er für einen sicheren Flug und die Erfüllung seiner Aufklärungs- oder Kampfaufträge benötigt. Gleichzeitig wird seine Aufmerksamkeit auf die „Hot Spots“ gerichtet, die die Mission bestimmen. Besonders wichtig ist diese Unterstützung bei Einsätzen in sehr geringer Höhe oder bei schlechter Sicht, wenn sich die Umgebungsbedingungen schnell und unerwartet verändern.

Entwicklung im Industrienetzwerk

Der TopOwl DD-Helm wird am Thales-Campus in Bordeaux in Zusammenarbeit mit Akteuren aus der industriellen und technologischen Basis der Verteidigung (Base Industrielle et Technologique de Défense, BITD) entwickelt und hergestellt. An der Weiterentwicklung sind Einsatzkräfte in Partnerschaft beteiligt, um eine hervorragende Sicht und Sicherheitsmerkmale zu gewährleisten. Der Helm ist auf die individuelle Physiologie jedes Piloten zugeschnitten, bietet eine perfekte Passform und reduziert die Ermüdung bei längeren Einsätzen oder in schwierigen Umgebungen.

Zuerst Nutzung in französischen und spanischen NH90 TTH-Hubschraubern

Ziel der Weiterentwicklung ist die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Sensoren und die Anwendung neuer Analysemethoden. Damit soll die Fähigkeit zur Diskriminierung von Informationen aus dem Einsatzgebiet erhöht werden, damit der Piloten seine Mission mit geringer Gefährdung sicher vollenden kann.

Sobald die Weiterentwicklung des TopOwl DD abgeschlossen ist, sollen erste Einsätze mit den französischen und spanischen NH90 TTH-Hubschraubern erfolgen. Einen Zeitrahmen hat das Unternehmen nicht angegeben.

Gerhard Heiming