Auf seinem Informationskanal Truth Social hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass der Verteidigungsetat 2027 um 50 Prozent auf 1.500 Milliarden US-Dollar ansteigen soll. Das sei das Ergebnis von Gesprächen mit Senatoren, Kongressabgeordneten, Staatsekretären und anderen politischen Repräsentanten. Er will damit sein „Traum-Militär“ aufbauen und Sicherheit und Schutz vor den Feinden erreichen.

US-Präsident Donald Trump – hier an seinem Schreibtisch im Oval Office – hat seine Entscheidung zum Verteidigungshaushalt auf Truth Social bekanntgegeben. (Foto: The White House)

Zolleinnahmen für die Finanzierung

Finanzieren will Trump die Mehrausgaben aus den Zolleinnahmen, die er von den Ländern erhebt, die „in der Vergangenheit die Vereinigten Staaten in nie dagewesenem Ausmaß „ausgenommen” haben,“ so Trump wörtlich. Der Präsident will eine beispiellose Militärmacht aufbauen, die Schulden abbauen sowie moderate Dividenden „an Patrioten mit mittlerem Einkommen in unserem Land zahlen“.

Folgen für Industrie und Verbündete

In Deutschland stellt der Aufwuchs des Verteidigungsetats von 50 Milliarden Euro auf 82,5 Milliarden Euro seit 2022 die Administration und die Industrie vor Probleme, die zusätzlichen Mittel schnell für die Ausrüstung der Truppe zur Wirkung zu bringen. Daher wird es spannend, zu beobachten, ob die Amerikaner in dem kurzen Zeitraum so viel Geld in Fähigkeitssteigerungen umsetzen können. Die US-Verteidigungsindustrie ist jetzt schon gut ausgelastet. Für dringend benötigte Systeme wie Kampfflugzeuge und Flugabwehrsysteme sind die Wartezeiten lang.

Die Verträge für Lieferungen 2027 müssten in den nächsten Monaten geschlossen werden. Bleibt dann noch genug für die Belieferung der NATO-Partner und anderer Verbündeter?

Gerhard Heiming