
F-35-Piloten trainieren neue Taktiken mit unbemannten Kampfflugzeugen der US-Marine
Peter Felstead
Die Aircraft Division des US Naval Air Warfare Center (NAWCAD) hat einen wichtigen Fortschritt bei der Integration der F-35 Lightning II in das Konzept der Collaborative Combat Aircraft (CCA) der US-Marine erzielt. Wie das US Naval Air Systems Command (NAVAIR) am 5. Januar 2026 mitteilte, wurde der Meilenstein im Rahmen einer taktischen Demonstration in der gemeinsamen Simulationsumgebung (Joint Simulation Environment, JSE) erreicht.
Die Vorführung zeigte, wie mithilfe moderner Modellierungs- und Simulationstechniken neue Taktiken und Einsatzkonzepte für Kampfflugzeuge der fünften Generation entwickelt werden können – insbesondere für den Verbund bemannter Plattformen wie der F-35 mit unbemannten Kampfsystemen.

Simulierte Missionen
Während der Demonstration steuerten F-35-Piloten mehrere CCAs in simulierten Missionen. Die Bedienung erfolgte über Touchscreen-Tablets, während die Piloten gleichzeitig komplexe Bedrohungsszenarien bekämpften. Unterstützt wurden sie dabei durch fortschrittliche Kommunikationssysteme und präzisionsgelenkte Lenkwaffen in der hochrealistischen virtuellen Umgebung der JSE.
Die Joint Simulation Environment ist eine digitale Test- und Trainingsplattform des US-Verteidigungsministeriums. Sie bildet reale Gefechtsszenarien in einer virtuellen Umgebung nach und wurde von Ingenieuren der NAWCAD entwickelt. Die Anlage kombiniert Cockpit-Simulatoren, leistungsfähige Software und großflächige, gewölbte Bildschirme, um Piloten ein möglichst realistisches Training zu ermöglichen – ohne die Risiken realer Flugtests.
Ein wesentlicher Vorteil der JSE ist die hohe Trainingsdichte: Piloten können innerhalb einer Woche mehr Einsätze absolvieren als bei herkömmlichen Testprogrammen innerhalb eines Jahres. Dadurch lassen sich Fähigkeiten schneller weiterentwickeln und die Einsatzbereitschaft gezielt steigern.
Einsatzkonzepte
Die Collaborative Combat Aircraft der US-Marine sind unbemannte Kampfflugzeuge, die im Verbund mit bemannten Plattformen eingesetzt werden. Sie sollen die Wirksamkeit von Kampfflugzeugen in stark umkämpften Einsatzräumen erhöhen und den Piloten entlasten, indem sie Routine- und Hochrisikoaufgaben übernehmen. Die JSE spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der dafür notwendigen Taktiken und Einsatzkonzepte – insbesondere für Plattformen der fünften Generation wie die F-35.
Künftig soll die Simulationsumgebung weiter ausgebaut werden. Geplant ist die Integration zusätzlicher Plattformen, darunter das luftgestützte Frühwarn- und Kontrollflugzeug E-2D Advanced Hawkeye, das Kampfflugzeug F/A-18E/F Super Hornet sowie das elektronische Kampfflugzeug EA-18G Growler. Diese Erweiterungen sollen im Geschäftsjahr 2026 integrierte Tests und Trainings ermöglichen.
Darüber hinaus wird die JSE derzeit auf weitere Standorte der US-Marine und der US-Luftwaffe ausgeweitet, darunter die Naval Air Station Fallon, die Nellis Air Force Base und die Edwards Air Force Base, um eine noch breitere Ausbildung taktischer Piloten zu unterstützen.
„Die moderne Kriegsführung stellt immer höhere Anforderungen an unsere Piloten“, erklärte Konteradmiral Todd Evans, Kommandeur der NAWCAD. „Dieser Meilenstein unterstreicht die Bedeutung der Joint Simulation Environment, um unsere Einsatzkräfte mit den fortschrittlichen Taktiken auszustatten, die sie für zukünftige Konflikte benötigen.“
Peter Felstead

















